|
Riesig freuten sich am Freitag die Gymnasiasten Renke Wilhelm Kaper (Mitte/1.Platz) sowie Antje Mayländer (links) und Gesine Woltmann (jeweils 2. Platz) über ihre Auszeichnung im Projekt „Durchblick – Jugend und Wirtschaft im Nordwesten“. 246 Schüler hatten sich im Seminarfach mit der regionalen Wirtschaft befasst. „Durchblick“ ist ein Projekt von NWZ, LzO und Izop-Institut.
Den 1. Preis beim regionalen Wirtschaftsbildungs-Pilotprojekt „Durchblick“ hat der Gymnasiast Renke Wilhelm Kaper vom Lothar-Meyer-Gymnasium in Varel gewonnen. Mit seiner Oberstufen-Projektarbeit zu Perspektiven der regionalen Milchviehbetriebe habe der 18-Jährige „in jeder Hinsicht überzeugt“, sagte Martin Grapentin, Vorstandsvorsitzender der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) und Mitglied der Jury, bei der Vergabe des mit 500 Euro dotierten Preises am Freitag im Oldenburger Theater Laboratorium.
NGO-Schülerin unter den Bestplatzierten
Den zweiten Platz (je 350 Euro) bei dem gemeinsamen Projekt von NWZ und LzO mit dem Aachener Izop-Institut teilen sich Antje Mayländer (Neues Gymnasium Oldenburg) und Gesine Woltmann (Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht). Sie hatten sich mit den Auswirkungen der Globalisierung auf Unternehmen im Raum Oldenburg am Beispiel von Brötje Automation bzw. mit Tourismusförderung in Jemgum befasst. Beide Arbeiten wurden gleichrangig gut bewertet, so dass der geplante 3. Preis zugunsten eines weiteren zweiten Preises entfiel.

Bei „Durchblick“ geht es darum, dass sich Schülerinnen und Schüler im Seminarfach in der gymnasialen Oberstufe mit regionalen Wirtschaftsthemen befassen – und dabei auch intensiv die kostenlos zur Verfügung gestellte NWZ auswerten. Im Auftakt-Jahr recherchierten insgesamt 246 Schüler aus zehn Seminarkursen in der Zeitung, in Fachbüchern, im Internet, vor Ort, sie führten Interviews – und fassten ihre Ergebnisse nicht nur in Facharbeiten, sondern auch in Artikeln in der NWZ zusammen. Die 23 Extra-Seiten waren sehr lesenswert, lobte NWZ-Chefredakteur Rolf Seelheim. „Sie alle sind Sieger“, würdigte das Jury-Mitglied die Arbeit der Nachwuchs-Autoren.
Ökonomische Bildung gehört zur Allgemeinbildung
„Ökonomische Bildung ist fundamentaler Teil der Allgemeinbildung“, betonte Grapentin. Nur mit entsprechendem Wissen könne man Entscheidungen der Politik eigenständig beurteilen und auch die praktischen Herausforderungen des Lebens bewältigen. Er sei begeistert und beeindruckt, wie engagiert die Gruppen recherchiert, ausgewertet und die Ergebnisse präsentiert hätten. Zu danken sei auch den Lehrkräften für ihr großes Engagement.
Jury-Mitglied Dr. Thomas Hildebrandt (IHK) betonte, das Leben sei durchzogen von Entscheidungen. Meistens gehe es um Wirtschafts-Sachverhalte. Ökonomische Bildung mit Projekten wie „Durchblick“ eröffne den Beteiligten Perspektiven weit über den Unterricht hinaus. „Wir freuen uns über Ihre Leistungen“, rief Hildebrandt den Abordnungen der Gymnasien im „Laboratorium“ zu. Auch die sieben Arbeiten, die letztlich nicht auf den ersten drei Plätzen landeten, wurden noch spontan vom LzO-Chef Grapentin mit je 50 Euro gewürdigt. Bereits während der Jurysitzung am 5. August war entschieden worden, die Preisgelder für die Erstplatzierten anzuheben, um der besonderen Qualität der eingereichten Facharbeiten Rechnung zu tragen.
Schüler sind studierfähig
Alle Arbeiten hätten gezeigt, dass die Schülerinnen und Schüler in der Lage seien, politisch-ökonomisch zu denken, meinte Jürgen Westphal von der Landesschulbehörde. „Sie sind studierfähig“, freute sich Westphal. Die Wirtschaft der Region zu erforschen, könne auch dazu beitragen, dass gut ausgebildete junge Leute hier blieben oder nach dem Studium zurückkehrten.
Dr. Silke Dreger vom Izop-Institut betonte, die beteiligten Schüler hätten sowohl Wirtschafts- als auch Medienkompetenz erworben. Die brauche man, um aus dem Übermaß an Information das Wichtige herauszufiltern.
An Durchblick beteiligt
Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht, Cäcilienschule Oldenburg, Helene-Lange-Schule (Oldenburg), Liebfrauenschule (Oldenburg), Lothar-Meyer-Gymnasium Varel, Mariengymnasium Jever, Neues Gymnasium Oldenburg (NGO). (14.08.2010)
|