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Tigerbabys und Armenviertel PDF Drucken
Weit weg - Bega Tesch

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Mit etwas Verspätung reichen wir noch Neues aus Brasilien nach. Unsere Autorin Bega Tesch berichtet von streng gläubigen Brasilianern, ausgiebigen Karnevals-Feiern und exotischen Tieren. Aber auch die Schattenseiten des Lebens in dem südamerikanischen Land werden deutlich: Armut und Reichtum liegen oft nah beieinander.

Ich bin jetzt schon fast fünf Monate hier in Palmas und dachte mir, ich könnte mich so langsam mal wieder melden.

Die Kirche hat in Brasilien eine ganz große Bedeutung, weil Brasilien ein sehr religiöses Land ist. Ich kenne echt niemanden, der nicht an Gott glaubt! Sogar die Jugendlichen sind ziemlich gläubig. Von meinen Freunden glauben alle an Gott und für die ist es ganz komisch, dass ich nicht an Gott glaube. Die meisten sind katholisch, es gibt aber auch mehrere Protestanten.

Im Februar ist hier Karneval, was gaanz dick gefeiert wird (Brasilien halt, nech :D) Das heißt fünf Tage lang Party, Tag und Nacht. Ich weiß noch nicht, ob ich hingehe, weil es mit ein paar Hundert Reais ziemlich teuer ist (vermutlich ein Betrag zwischen 70 und 200 Euro, -Red) Es gibt sogar Städte, in denen der Karneval 20 Tage lang gefeiert wird.

Brasilien ist einfach toll und beeindruckend! Ich bin so froh, dass ich hier bin und nicht in einem anderen Land. Irgendwie bin ich jetzt schon ein bisschen traurig, dass ich im Juli wieder zurück muss. :( Ich habe mich an dieses neue Leben hier und den neuen Alltag schon so gewöhnt und viele gute Freunde gefunden. Brasilien hat so viele verschiedene Seiten... Leider auch viele traurige. Es gibt total viele Armenviertel, so etwas gibt es in Deutschland gar nicht.

brasilien_bega.jpg Viele Straßen sind ohne Asphalt, es gibt Häuser ohne Fenster oder Dächer. Dort leben arme Familien, in denen viele Leute an Krankheiten sterben und nicht genug zu Essen haben. Meine Gastmutter hilft vielen armen Leuten: Sie bringt Kleidung und Matrazten und Essen zu ihnen, damit sie ein etwas schöneres Weihnachten haben. Viele Kinder hier gehen gar nicht zur Schule und es gibt viele Mädchen, die schon mit 16 schwanger sind.

Es fällt auch auf, dass die Familien hier sowieso viel größer sind. Es ist normal, drei oder vier Geschwister zu haben. Ich kenne sogar einen Jungen, der 31 Geschwister hat! Wenn ich hier den Leuten erzähle, dass ich eine Schwester habe, sagen sie meistens: "Was, nur eine?"

Letzte Woche bin ich mit meiner Gastmutter zu ihrer Arbeit in die Universität "ULBRA" gegegangen. Dort gibt es so eine Art kleinen Zoo, mit Kobras, Tiger-Baby und anderen Tieren. Ich fand es total interessant da. Hier in Brasilien gibt es echt die exotischsten Tiere. Ich habe ein kleines Tiger-Baby in den Händen gehabt! :) (24.02.2008)

Begas Bericht hat uns bereits im Dezember erreicht.

brasilien_flagge.jpgWEBLINK
@ http://www.ulbra.br Website der Universität

 

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