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Deutschland ist ein hochentwickeltes Land. Im Gegensatz zu Entwicklungsländern gibt es Sozialhilfesysteme, die vorsehen, dass die Not einzelner Mitbürgern durch finanzielle Unterstützung ausgeglichen werden soll. Eigentlich sollte der Betrag, der Sozialhilfeempfängern monatlich zur Verfügung steht, so bemessen sein, dass ein an das Land Deutschland angepasster humaner Lebensstil damit ermöglicht wird.
Doch Organisationen wie die „Oldenburger Tafel“ zeigen, dass dies nicht der Fall ist. In den letzten 10 Jahren des Bestehens der „Tafel“ ist der Andrang Hilfesuchender stetig angestiegen. Für die Betreiber und andere Unterstützer ist dies ein Zeichen, dass die vom Staat vorgegebenen monatlichen Zahlungen es nicht zulassen, regelmäßig genug Nahrung und andere lebensnotwendige Dinge zu erhalten.
„Die Tafeln gleichen den Mangel an der einen Stelle mit dem Überfluss von anderer Stelle aus.“
Lebensmittel für Hilfesuchende
Die Oldenburger Tafel e.V. ist eine Organisation, die jetzt schon seit 1996 Lebensmittel sammelt, die noch von einwandfreier Qualität sind, aber im Wirtschaftskreislauf keine Verwendung mehr finden. Diese Lebensmittel, von Bäckern und Supermärkten gespendet, sind für den alltäglichen Gebrauch gedacht und werden kostenlos an Menschen weitergegeben, denen nur ein geringes Einkommen zur Verfügung steht. Mit dem Oldenburg-Pass haben sie die Chance, einmal pro Woche dieses Angebot wahrzunehmen, wobei sich der Ausgabetermin nach dem Anfangsbuchstaben des Nachnamen richtet (Dienstag A-H, Mittwoch I-P, Donnerstag Q-Z).
Zusätzlich werden von der Tafel aber auch Schulen, Kindergärten, Frauenhäuser und die Bahnhofsmission beliefert und es gibt Direktlieferungen für Menschen, die z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht die Möglichkeit haben, selbst zur Tafel zu gehen.
Ehrenamtliche Mitarbeit macht’s möglich
Das alles ist nur durch Spenden und Sponsoren möglich und natürlich durch die mehr als 80 ehrenamtlichen Mitarbeiter zwischen 16 und 84 Jahren! Diese kommen nicht nur für die Mietkosten des Gebäudes auf, sondern finanzieren auch die Lieferfahrzeuge, Spritkosten und Telefongebühren. Dabei sorgt der Bundesverband Deutsche Tafel e.V. für Großsponsoren, die bundesweit mehr als 800 Tafeln unterstützen.
Diskretion wird großgeschrieben
Zurzeit nutzen etwa 1300 Personen das Angebot der „Tafel“ in Oldenburg regelmäßig. Tendenz steigend. Auch wenn es so leicht klingt, ist es für die Nutzer selber teilweise gar nicht so einfach, die Angebote anzunehmen, da viele es als beschämend empfinden, auf diese Hilfsorganisation angewiesen zu sein. Allerdings wird bei der Oldenburger Tafel Diskretion großgeschrieben.
Hier zählt jede Art der Unterstützung
Wünschenswert wäre, wenn die Stadt Oldenburg dieser wichtigen Organisation ein wenig mehr Unterstützung zuzusichern würde, indem z.B. mehr Parkplätze um das Gebäude herum für die Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden. Bislang beschränkt sich die Anzahl nämlich nur auf zwei – und auch diese werden von Sponsoren finanziert.
Außerdem werden natürlich immer weitere Sponsoren gesucht, aber auch als Einzelperson hast Du die Möglichkeit dich zu beteiligen! Ob als Mitglied für Spenden oder als aktiver, ehrenamtlicher Mitarbeiter: Jede Art der Unterstützung zählt!
Tipp: Schülerinnen und Schüler von Hauptschulen, Realschulen oder Gymnasien können ihr Sozialpraktikum bei der Tafel absolvieren.
Ruht sich der Staat aus und lässt andere die Arbeit machen?
Schlussendlich hat sich uns die Frage gestellt, warum es Privatorganisationen selbstfinanziert in die Hand nehmen müssen, die Lücken der Versorgung im Sozialstaat Deutschland zu schließen, ohne jegliche staatliche Unterstützung. Das derzeitige von der Regierung getragene System funktioniert nur noch, da es eben diese Organisationen in immer mehr deutschen Städten gibt. Ruht sich der Staat aus und lässt andere die Arbeit machen?
Annika Dettmers, May Faust und Anna Rosa Ostern sind Schülerinnen des 12. Jahrgangs
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