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Ein Traum geht in Erfüllung PDF Drucken
Bei uns - Reportage

Fallschirmsprung0Vor längerer Zeit hatte ich einen Teil meines Taschengeldes zur Seite gelegt, denn ich wollte im Sommer unbedingt meinen ersten Tandemsprung machen. Doch sobald ich mir etwas Geld zusammengespart hatte, ging es bei der nächsten Shoppingtour für andere Sachen drauf. Aber dann stand mein 16ter Geburtstag bevor.

Ich war mitten in den Planungen, als ich schon in der Schule oder bei Treffen mit meinen Freunden Opfer von andauernden Tuscheleien wurde. Grund dafür war offensichtlich mein Geburtstagswunsch. Kaum einer von ihnen konnte nachvollziehen, wieso man sich freiwillig aus 4000 Metern Höhe stürzen wollte. Doch ich bereitete mich auf alles vor. Und als ich plötzlich tatsächlich einen Gutschein über einen Tandemsprung in der Hand hielt, riss es mir den Boden unter den Füßen weg.

Der große Tag ist da

Zwei Wochen nach den Sommerferien war es dann so weit. Mein großer Tag stand bevor und meine Freunde waren zum Flugplatz in Ganderkesee  gekommen, um mir Beistand zu leisten. Nach der Einkleidung wurde mir noch in kurzer Form erklärt, wie ich mich beim Sprung zu verhalten hatte. Nicht zu vergessen war natürlich die Kamera, die mich auf dem ganzen Weg begleitete. Als wir zum ersten Mal das Flugzeug zu Gesicht bekamen, wurde allerdings nicht nur meinen Eltern ganz anders. Sitze gab es in diesem Flieger keine. Lediglich der Pilot durfte den Komfort eines zerrissenen Sitzes in Anspruch nehmen. Für mich war der Tandemsprung nicht nur mein erster Sturz aus 3000/4000 Metern Höhe, zudem war es auch mein erster Flug. Nachdem ich mich von meiner Familie und meinen Freunden verabschiedet hatte, wurde es ernst. Zusammen mit noch einem Tandempaar, dem Kameramann  und, nicht zu vergessen, dem Piloten begaben wir uns in das Flugzeug.

Fallschirmsprung2Mein erster Flug – mein erster Sprung

Es war ein tolles Gefühl, die Welt kurz nach dem Start schon in dem Maßstab von Playmobil zu sehen. Nach ungefähr 20 Minuten Flugzeit hatten wir eine Höhe von 3500 Metern erreicht und die Playmobilwelt wurde durch eine weiße Fläche ersetzt. Rings um uns herum waren überall Wolken, in denen kurze Zeit, nachdem sich die Luke des Flugzeuges geöffnet hatte, das erste Tandempaar verschwand. Mit meinem Tandempartner hinter mich gekettet, rutschten wir dann zur Luke. Es schien mir, als würde das Flugzeug stehen. Vielleicht stand es auch. Dank der Wolken wurde mir nicht bewusst, dass ich in dem Moment auf einer Kante saß, an der es 3500 Meter in die Tiefe ging. Ich legte meinen Kopf zurück und dann ging alles ganz schnell, um genau zu sein 200km/h schnell. Dass es über den Wolken so kalt ist, hatte ich mir vorher nicht vorstellen können. Meine Hände fühlten sich an wie aus Eis. Nach 50 Sekunden gab es einen kleinen Ruck und der Fallschirm öffnete sich. Erst jetzt konnte ich alles ganz genau sehen, denn die Wolken hatten wir durchbrochen.

Lachen in 1000 Metern Höhe

Der Gedanke daran, dass wir gerade in 1000 Metern Höhe baumelten, brachte mich zum Lachen. Das alles war schon überwältigend, doch dann durfte ich mich und meinen Tandempartner auch noch lenken. Ich war überrascht, wie gut das klappte. Bevor wir wieder auf dem Boden der Tatsachen ankamen, musste ich meine Beine umfassen, damit ich mich bei der Landung nicht verletzte. Einen Moment lang blieben wir einfach nur liegen.

Zurück auf dem Boden der Tatsachen

Gleich wurde die Kamera wieder eingeschaltet und meine ersten Eindrücke wurden festgehalten. Fallschirm zu springen, ist das Beste, was ich bisher in meinem Leben getan habe, und wahrscheinlich auch das Verrückteste. Es war das erste Mal, aber es wird auf keinen Fall das letzte Mal gewesen sein. (14/27.09.2010)

Daniela Herrmann besucht den 11. Jahrgang am NGO.

 

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