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Positive Erfahrungen mit einem Kulturaustausch PDF Drucken
Bei uns - Reportage

yauriDie siebenköpfige Musikgruppe Yauri kommt aus El Alto (Bolivien). Sie spielen traditionelle bolivianische Musik mit einheimischen sowie auch modernen Instrumenten. Unterstützt werden sie von der KinderKulturKarawane, einer Organisation, die sich darauf spezialisiert hat, Künstlergruppen aus aller Welt die Möglichkeit zu geben, in Deutschland aufzutreten und neue Erfahrungen zu sammeln.

 Drei Monate tourte Yauri durch Deutschland und veranstaltete Konzerte und gab Workshops in Schulen. Vom 28. September 2010 waren sie dann für ein paar Tage zu Gast in Oldenburg.

Seit ich mich entschieden hatte, einen Bolivianer aufzunehmen, machte ich mir viele Gedanken.

Da ich vor drei Jahren eine schlechte Erfahrung mit einer Austauschschülerin aus Spanien gemacht hatte, hoffte ich, dass diesmal alles anders werden würde. Folglich war ich, als ich mit den anderen NGO-Schülern, die sich bereit erklärt hatten jemanden aufzunehmen, vor der Schule stand, sehr gespannt. Nachdem ich dann wusste, welche Bolivianerin bei mir wohnen würde, begrüßten wir uns und machten uns auf den Nachhauseweg. Kaum waren wir unterwegs, fingen wir auch schon an, uns zu unterhalten. Ich war sehr froh, dass ich mich mit meinem Spanisch verständigen konnte. Da sie aber kein Deutsch und nur ein wenig Englisch sprach, blieb uns auch gar nichts anderes übrig. Bei mir zu Hause angekommen, unterhielten wir uns noch lange weiter und fielen danach todmüde ins Bett. Mit dem Gedanken, dass ich sehr viel Glück mit meinem Gast hatte, schlief ich schließlich ein.

Eine vollkommen andere Welt

Die Bolivianerin war vollkommen von dem fasziniert, was sie in Deutschland erlebte. Die vielen neuen Eindrücke in so einem ganz anderen Land überwältigten die 14-Jährige. Für sie war es ein Wunder, dass jede Familie hier einen eigenen Internetanschluss und teilweise sogar mehrere Fernseher hat. Außerdem erstaunte sie das Verkehrssystem, da hier jeder mit dem Fahrrad fährt, es feste Buspläne gibt und so viele Zugstrecken. Aber auch das andere Schulsystem, Essen und die Musik in Deutschland waren eine ganz neue Erfahrung für sie. Aufgrund der Tatsache, dass die Gruppe aber immer ein volles Programm hatte, waren sie dementsprechend erschöpft und glücklich, auch einmal mit ihrer Familie oder Freunden im Internet chatten zu können. Deswegen unternahmen wir gar keine großartigen Sachen, sondern beschäftigten uns meistens zu Hause.

Das Programm der Gruppe am NGO

Bei uns am NGO fand zweimal ein jeweils zweistündiger Workshop statt. Dort ging es um die Musik, um Bolivien und es wurden auch einige Spiele gespielt, da die Musiker in ihrem Jugendzentrum in Bolivien auch schauspielern. Nach Ende dieses Workshops konnten eigentlich alle Teilnehmer ein positives Statement abgeben.

Am Donnerstagabend fand dann in der Aula des Neuen Gymnasiums auch noch ein Konzert statt, zu dem leider viel zu wenige Menschen kamen, überzeugte Yauri doch mit einer Mischung aus Musik und Schauspiel.

Ende einer schönen Woche

Ich hatte viel Spaß mit der Bolivianerin, das einzige Problem war jedoch, dass sie auch nach mehrfachem Wecken nie pünktlich aufstand. Da wir aber jeden Tag mit dem Zug zur Schule mussten, herrschte morgens immer Stress. Und als absolutes Highlight dieser Woche verpassten wir auch noch am letzten Tag den Zug, obwohl sie dringend zum Treffpunkt musste. So kam es, dass sie mit dem Auto von zu Hause abgeholt wurde, während alle anderen an der Schule in der Kälte warteten.

Ansonsten war es aber eine sehr schöne Zeit und ich hoffe, dass sich einmal wieder eine Gelegenheit ergibt, solch einen Kulturaustausch mitzumachen.(17/07.11.2010)

Laura-Fabia Meiser ist Schülerin des 11. Jahrgangs
 

Zu diesem Thema im NGO Online-Magazin:

 

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