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7.000 Teilnehmer bei Schulstreik PDF Drucken
Bei uns - Spezial Bildungsprotest

Vignette Spezial Schulstreik
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Mehr als 7.000 Teilnehmer, gesperrte Straßen und sehr viel Trubel: Am Donnerstag, den 12. Juni beteiligten sich die meisten Schülerinnen und Schüler Oldenburgs an einem Schulstreik und einer friedlichen Demonstration mit anschließender Kundgebnung. Der Grund: Eine Initiative aus Tübingen bei Stuttgart hatte für diesen Tag zum Protest gegen ein ihrer Ansicht nach von vielen Missständen gezeichnetes Bildungssystem aufgerufen. Ein Schüler-Bündnis Oldenburger Schulen hatte daraufhin recht kurzfristig Aktionen in der Stadt organisiert.

Gleich zwei Vollversammlungen hielten die Schülervertretungen (SV) des Schulzentrums am 12. Juni in der dritten Stunde ab. In den jeweils etwa 15 Minuten langen Kundgebungen formulierten sie Forderungen zum angeblichen "Turbo-Abitur", zur Verkleinerung der Klassengrößen und zur Chancengleichheit. Für Schüler aus finanzschwachen Familien sei es oft nicht möglich, das Geld für den Besuch der weiterführenden Schulen aufzubringen. Als Beispiele führten sie Ausgaben für Klassenfahrten, Arbeitsmaterial und Taschenrechner an. "Wir protestieren aber nicht gegen die Schulen, sondern gegen die Politik der Landesregierung", hieß es. "Wir bedanken uns bei den Schulleitungen des Zentrums."

------Auch "Streikbrecher" gab es
Anschließend luden die Vertreter zur Teilnahme an einer zentralen Demonstration gegen die gegenwärtige Bildungspolitik auf. Begleitet von Eltern, die sich als Ordner zur Verfügung gestellt hatten, brach ein Großteil der Schülerinnen und Schüler aller drei Schulen zum Vorplatz des Hauptbahnhof auf. Dort hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Tausend Menschen versammelt. "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut", skandierte die Menge.

Unter Polizeischutz wurde der Tross um kurz nach 11 Uhr über den Lappan in Richtung Pferdemarkt geführt, von da aus ging es durch die Peterstraße wieder in Richtung Stadtzentrum. Auf Höhe des Kulturzentrums PFL kam es dabei zu einer kurzen Zwischenkundgebung. Danach setzte sich der Demonstrationszug wieder in Bewegung, am Julius-Mosen-Platz vorbei liefen die Teilnehmer den Theaterwall entlang. Auf Höhe des Alten Gymnasiums wurde es unruhig: "AGO raus" forderten die Demonstranten. Dort waren viele Schülerinnen und Schüler nicht der Aufforderung zum Streik gefolgt. Mehrere Dutzend Demonstranten stürmten zudem in die Eingangshalle der Schule.

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Cäci-Stellungnahme (Ausriss)

Unterschiedliche Reaktionen
Die Schulleitung des NGO hatte sich vorab nicht zu dem geplanten Ausstand geäußert. An manchen anderen Schulen in Oldenburg war das anders. So hieß es in einer bis Freitag auf caeci.de verbreiteten Stellungnahme der Cäcilienschule, dem Streik sei an der Schule "keine breite inhaltliche Auseinandersetzung" vorausgegangen, insofern gebe auch "kein Verständnis für den Termin während der Unterrichtszeit". Auch von anderen Schulen wurde vermeldet, dass sich Schulleitungen gegen Proteste während der Schulzeit ausgesprochen hatten. Die Schulen seien angewiesen worden, Fehlzeiten konsequent einzutragen, sagte Stadtschülerrat Sebastian Fröhlich der Nordwest-Zeitung.

Gegen kurz vor 13 Uhr fanden sich die Demonstranten zu einer Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz ein, die aber nach kurzer Zeit nur noch mäßigen Zuspruch fand. Als Redner sprachen der Bezirksvorsitzende der Lehrer-Gewerkschaft GEW, Dieter Knutz, sowie ein Vertreter des Landesschülerrats. Beide forderten die Für die musikalische Untermalung sorgten zwei Schülerbands. Der NDR und Sat.1 berichteten in ihren Regionalprogrammen von der Veranstaltung.

Planung über das Internet
Die Organisation des Streiks wurde in weiten Teilen über das Internet abgewickelt, zumeist über ein von bundesweiter-schulstreik.de bereitgestelltes Diskussionsforum. Nachdem dort selbst Detailaspekte der Planung über Tage hinweg öffentlich diskutiert wurden, waren bei einigen Eltern Bedenken aufgekommen. Folgerichtig verboten auch am NGO einige Eltern ihren Kindern die Teilnahme an der Demonstration. (13.06.2008)

 

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