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Schulstreik: Proteste in Oldenburg und anderswo PDF Drucken
Bei uns - Spezial Bildungsprotest
Ressort NGO

Proteste in Oldenburg
(alle Bilder)

Schulstreik, die zweite: Am vergangenen Mittwoch zogen Zehntausende Schülerinnen und Schüler durch deutsche Innenstädte. Auf Kundgebungen und Demonstrationen forderten sie eine Wende in der Bildungspolitik: kein "Turbo-Abi" mehr, kleinere Klassen, Lernmittelfreiheit und auch die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems. Am NGO war die Beteiligung an dem auch in Oldenburg organisierten Protest eher gering. Anders an anderen Schulen, denn Tausende Schülerinnen und Schüler zogen durch die Straßen. Ein Rückblick

Mittwoch, 10 Uhr, Hauptbahnhof: Schülerinnen und Schüler aller Oldenburger Schulen versammeln sich auf dem Hauptplatz vor dem Gebäude. Forderungen werden verlesen. Danach geht es auf die Straße – mit Spruchbändern, auf denen "Bildung wird in Deutschland klein geschrieben" und "Diese Schule wird bestreikt" steht. Sie ziehen durch die Oldenburger Innenstadt, am Horst-Janßen-Museum vorbei die Nadorster Straße hoch und dann Richtung IGS Flötenteich.

Die IGS Flötenteich bildete den Kern der neuerlichen Demonstration. Im Internet ist auf der Plattform http://de.indymedia.org/ zu lesen, Schülerinnen und Schüler hätten die Schule für besetzt erklärt, anrückenden Polizeiwagen sei mit Sitzblockaden begegnet worden. In der IGS selbst seien Diskussionsgruppen gebildet worden; man habe an einer Art Alternativunterricht teilnehmen können

Protest allerorten
In ganz Deutschland organisierte das Aktionsbündnis "Schulaction" ähnliche Veranstaltungen. Demonstrationen von Schülern gab es auch in Bremen, Aachen, Rostock und Stralsund. In Berlin zogen nach Angaben der Veranstalter 5.000 Schüler vom Roten Rathaus zum Boulevard Unter den Linden. In Stuttgart demonstrierten 4000 Schüler. Geplant waren Proteste in rund 30 Städten, darunter auch Hamburg und München. Die etwa 70.000 Beteiligten bundesweit einte ein Schlachtruf:  «Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut.»

Die Reaktionen auf den Streik waren unterschiedlich: In Hessen unterstützte der Elternbund den Boykott. Das mehrgliedrige Schulsystem sei ein Grund für die Benachteiligung sozial schwacher und bildungsferner Teile der Gesellschaft, hieß es. Auch von der Lehrer-Gewerkschaft GEW kamen verständnisvolle Töne. "Wenn wir die jungen Menschen in den Schulen zur Partizipation ermutigen, dürfen wir nicht den Knüppel aus dem Sack holen, wenn die Schülerinnen und Schüler demokratische Grundrechte ausüben", sagte eine Sprecherin. Anders hatte sich vorab die Schüler-Organisation der CDU geäußert. "Die Landesregierungen stellen neue Lehrer ein, um den Unterrichtsausfall zu mäßigen, und Schüler entziehen sich", kritisierte die Vereinigung in einer Mitteilung.

Randale stört in Hannover und Berlin
Fast überall verliefen die Proteste friedlich. Eine Ausnahme bildete die Demonstration in Hannover. Dort durchdrangen Jugendliche die Bannmeile des Landtags, Steine flogen. In Berlin stürmten linksautonome Gruppen die Humboldt-Universität. Nach diversen Medienberichten soll dabei eine Ausstellung zu jüdischem Leben in Deutschland nahezu zerstört worden sein.

Bleibt die Frage: Weshalb fand der Protest am NGO geringeren Anklang als noch im Juni? Ein Grund war sicherlich die Angst vor Sanktionen, gerade bei jüngeren Schülerinnen und Schüler. Eine Rolle spielte aber vermutlich auch, dass die Schülervertretungen des Zentrums in deutlich geringerem Maße Werbung für den Streik gemacht hatten. Zudem unterstützten nicht alle die neue Forderung nach der Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems. "Ich will doch nicht, dass die Hauptschüler dann bei uns sind", meinte eine Schülerin des NGO. (13.11.2008)

WEBLINKS ZUM THEMA
@ Schülerstreik: Schwänzen für bessere Bildung – Überblick von Spiegel Online (12.11.2008)
@ www.schulaction.org – Website der Organisatoren auf Bundesebene
@ http://schulstreikol.blogsport.de – Website der Organisatoren in Oldenburg

Rückblick |  Beim letzten Schulstreik waren 7.000 dabei
Mehr als 7.000 Teilnehmer, viele gesperrte Straßen und sehr viel Trubel: Am Donnerstag, den 12. Juni 2008 beteiligten sich die meisten Schülerinnen und Schüler Oldenburgs an einem Schulstreik und einer friedlichen Demonstration mit anschließender Kundgebnung. Eine Initiative aus Tübingen bei Stuttgart hatte für diesen Tag zum Protest gegen ein ihrer Ansicht nach von vielen Missständen gezeichnetes Bildungssystem aufgerufen. Ein Schüler-Bündnis Oldenburger Schulen hatte daraufhin über das Internet recht kurzfristig Aktionen in der Stadt organisiert. -tm

 

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