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America - here I come! PDF Drucken
Weit weg - Dana Weise

flagge_usa.jpgMeinen persönlichen USA-Countdown startete ich genau einen Monat vor meiner Abfahrt. Heute sind es nur noch 12 Tage und ich werde immer aufgeregter. Jeden Morgen hake ich einen Tag im Kalender ab. Und es wird mir immer klarer, worauf ich mich eingelassen habe. Zehn Monate ganz allein, am anderen Ende der Welt! Nun ja, vielleicht nicht ganz am anderen Ende, aber immerhin am anderen Ufer des Atlantischen Ozeans. Was mich wohl erwartet?

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben eine Fläche von 9.631.418 km2. Zum Vergleich: Die Bundesrepublik Deutschland hat eine Fläche von 357.092,90 km2! Für mich als Austauschschülerin aus Deutschland bergen die USA völlig neue Dimensionen. Denn nicht nur das Land ist groß: Vor einigen Tagen chattete ich mit einem Mädchen, das ich von einem USA-Vorbereitungsseminar kenne und die sich bereits in den USA befindet. Auf meine Frage, wie es denn dort im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ so sei, antwortete sie, es sei dort wirklich alles viel größer, die Autos, die Läden, die Straßen…

schulbus.jpgWo ich gerade bei Straßen bin: Das Fortbewegungsmittel Nummer Eins in Oldenburg hat in den meisten amerikanischen Städten Seltenheitswert. Das Fahrrad wird auf amerikanischen Straßen ignoriert, abgedrängt, demoliert - und mit ihm zu fahren kann sehr gefährlich sein. Doch die meisten amerikanischen Schüler fahren sowieso mit dem Schulbus zur High School, mit dem typischen, orangefarbenen Schulbus aus amerikanischen Teenie-Filmen.

Neben all den Träumereien und den Vorstellungen, die ich mir mache, muss man sich als Austauschschüler vor allem um eine Menge Papierkram und Termine kümmern. Nehmen wir als Beispiel den Visumsantrag: Drei (für männliche Antragssteller: vier) Formulare mit mindestens zwei Seiten müssen ausgefüllt werden, eine Erklärung zum finanziellen Hintergrund getippt und von den Eltern unterschrieben, eine Rückkehrerklärung vom Austauschschüler selbst, meinen Eltern und der Schule unterzeichnet, ein Interviewtermin vereinbart, ein Briefumschlag vorbereitet, ein Passfoto mit den Maßen 5 x 5 cm geschossen werden und man darf nach Frankfurt, Berlin oder München gurken.

visum.jpgDort angekommen, muss man mindestens eine Stunde auf sein persönliches Interview warten, nachdem man sich Sicherheitsmaßnahmen ähnlich wie am Flughafen unterziehen musste (d.h.: alle Unterlagen, metallische Gegenstände und auch man selbst durch den Metalldetektor, sich dabei vom Konsulatsbeamten einen Spruch anhören („Prinzessin, oder was?“, da ich einen Haarreif mit silbernen Blümchen an der Seite im Haar trage), Handy abgeben, Tasche abgeben, durch mehrere Sicherheitstüren).

Es folgt das Interview, welches in der Regel für Austauschschüler nach 15 Sekunden und drei Fragen mit den Worten endet: „Gut, dann ist ja alles in Ordnung, sie bekommen das Visum innerhalb einer Woche zugeschickt.“

Kurz gesagt: Es gibt eine Menge zu tun. So weit noch nicht geschehen, muss noch ein Tuberkulosetest durchgeführt werden, der bei Abflug nicht älter als drei Monate alt sein darf, Sommerzeugnis, Impfpass und Reisepass müssen kopiert werden, Gastgeschenke besorgt, eine Abschiedsparty organisiert werden und die Koffer gepackt. Wer keine tausend E-Mails einzeln an Freunde verschicken will, richtet sich einen E-Mail-Verteiler ein; das Fotoalbum wird fertig gebastelt, man trifft sich ein letztes Mal mit der besten Freundin oder dem besten Freund, Oma und Opa werden verabschiedet, die gesamte Sportmannschaft gedrückt, und dann ist er da: Der Morgen des Abflugs...

Bei mir ist es noch nicht soweit. Doch der Tag rückt immer näher. Und näher. Und näher…

Noch 12 Tage. America - here I come!

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http://german.germany.usembassy.gov/visa_services.html

 

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