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Es ist geschafft! Die Abiturklausuren sind geschrieben, die Mappen und Bücher, unter deren Last der Schreibtisch ächzte, einstweilen in Schubladen und Regale verbannt, bewältigt ist die mündliche Prüfung. Mit Fremdsprachenkenntnissen versehen, gesellschaftspolitischer Bildung ausgestattet und allerhand Wissen über die Anpassung des Schlammröhrenwurms gerüstet, werden wir, wie es manche LehrerInnen mit augenzwinkerndem Pathos ausdrücken, „ins Leben entlassen“.
Das Leben – wo liegt das eigentlich?
In meinem Fall liegt es ab September ein Jahr lang in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, einem Land in Westafrika, unter französischer Kolonialherrschaft bis 1984 als Ober-Volta bekannt. Es ist etwas mehr als zwei Drittel so groß wie Deutschland und hat knapp 15 Millionen Einwohner. NGO-LehrerInnen und - SchülerInnen sind womöglich schon einmal über das Boumdoudoum-Projekt unserer Schule mit Burkina Faso in Berührung gekommen, das zu den ärmsten Ländern der Welt zählt.
Was ich da will?
Ich werde als Volontär des Internationalen Bundes, einer international vernetzten Organisation für internationale Freiwilligendienste am Lycée Zinda Kaboré, mit über 5000 SchülerInnen eine der größten allgemeinbildenden Schulen des Landes, im Unterricht assistieren, einen „Club d’Allemand“ gestalten und an den kulturellen Aktivitäten der Schule teilhaben.
„Vom Glück, Gutes zu tun“ titelte die ZEIT letzten Oktober über das Freiwillige Soziale Jahr. Recht hatte sie – denn es ist der Wunsch, einer „guten Sache“ zu dienen, ein Projekt voranzutreiben, anderen zu nützen, der dazu motiviert, nicht geradlinig von der Schule an die Uni und von dort aus in den Beruf zu gehen, sondern sich zuvor für ein Jahr sozial zu engagieren.
Dabei weiß ich natürlich, dass ich mit meinen Tätigkeiten nicht gleich die Welt verbessern werde. Dafür wird die Welt mir, sofern ich mich auf sie einlasse, umso mehr geben.
Den behüteten, gewiss auch etwas verschlafenen Abiturienten wird sie lehren, auf die allabendliche Warmdusche zu verzichten, sie wird ihm beibringen, seine so wohlvertraute Muttersprache durch Mimik und Gestik auszutauschen und ihm abgewöhnen, Armut mit dem blasierten Mitleid des Bürgersprösslings („menschenverachtende Zustände!“) zu betrachten. Zugleich wird sie ihm nahebringen, dass Westafrika nicht auf Armut zu beschränken ist und ihm einen Respekt vor dessen Kultur vermitteln, der sich nicht darauf beschränkt, „Schokoküsse“ statt „Negerküsse“ zu sagen, sondern von lebendigen Eindrücken, Kontakten und hoffentlich auch Freundschaften getragen sein wird.
Wie wird das alles vonstatten gehen?
Darauf bin ich gespannt!
Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, werde ich es im Zwei-Monatsrhythmus auf der Homepage des Neuen Gymnasiums berichten.
Zuvor bitte ich Sie, mein Vorhaben, für das ich gegenüber meiner Entsende-Organisation Spenden bzw. Förderkreisbeiträge in Höhe von 1800 Euro nachweisen muss, mit einer beliebigen Summe zu unterstützen:
Betreff: FSJ Ouagadougou
Kontonummer: 962870507
Bankleitzahl: 37010050
Wenn Sie eine Organisation kennen oder selbst leiten, die bereit ist, sich unter bestimmten Vereinbarungen mit einem größeren Betrag zu beteiligen, lassen Sie es mich per E-Mail wissen:
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Vielen Dank – Ihr Karl Kelschebach
(8/22.5.2011) |