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Am 8.10. flog eine kleine Abordnung des Boumdoudoum Fördervereins nach Burkina Faso. Bei dieser Gelegenheit wollten wir uns gleich vom Wohlergehen unseres ehemaligen Schülers Karl Kelschebach überzeugen. Mit dem Beginn dieses Schuljahres ist Karl als deutscher Fremdsprachenassistent am Lycée Philippe Zinda Kaboré tätig (siehe auch „Raus aus den Federn - Rein in die Welt!“).
Karls neue Welt
Wir trafen Karl und seine Mitarbeiterin Katharina sowie den betreuenden Deutschlehrer, Monsieur Yiera, vor dem Gymnasium, das mit ca. 6000 Schülern und Schülerinnen eines der größten in Ouagadougou ist. Die Klassen sind sehr groß, es gibt eine kleine Limonadenbar und in den Pausen versorgen sich die Schüler und Schülerinnen vor den Toren der Schule bei einigen Marktfrauen mit Snacks wie belegten Broten, in Zucker gerösteten Erdnüssen oder Schmalzgebäck. Karl probiert alles und spricht inzwischen schon einige Wörter Moré.
20 Fahrradminuten bis „nach Hause“
Am entgegengesetzten Ende der Stadt, nach ungefähr 20 Fahrradminuten, hat Karl mit drei anderen deutschen Praktikanten eine Wohnung. Es wird gemeinsam gekocht und es gibt schon die ersten Freunde, die zu Besuch kommen. Gemeinsam mit Karl machten wir uns dann auch auf die Reise nach BDD.
Ein Operndorf in Afrika
Als wir von Ouaga nach Boumdoudoum fuhren, nutzten wir die Gelegenheit, einen Abstecher nach Laongo zu machen. Hier liegt der Ort, an dem der Traum des im letzten Jahr verstorbenen Opern- und Theaterregisseurs Christoph Schlingensief realisiert wird. Sein Traum war ein Operndorf in Afrika. Der Ort liegt in der Nachbarschaft eines Skulpturenparks und ist umgeben von einer wunderschönen Fels- und Buschlandschaft.
Schönheit und Nutzen des Projekts versprechen außerordentliche Erlebnisse
Das Schulgebäude und einige Proberäume sind schon fertig. Hier hat der in Berlin lebende burkinische Architekt Francis Kéré eine wunderbare und zugleich sinnvolle Architektur geschaffen. Scheinbar schwebende Dächer und Wanddurchbrüche sorgen für Licht, Luftzirkulation und vermeiden Ungeziefer (sich einnistende Fledermäuse sind fast überall ein Problem). Wie inzwischen auch in Boumdoudoum kann der reichlich fallende Regen des Sommers in Zisternen aufgefangen und zur Bewässerung genutzt werden. Die Schönheit, gepaart mit dem Nutzen dieses Bauprojektes, ist beeindruckend. Schon jetzt strahlt der Ort eine große Lebendigkeit aus, was natürlich durch die Kinder der zum Gebäude gehörenden Grundschule unterstrichen wird. Die Schule wurde zwei Tage vor unserer Ankunft eingeweiht.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Workshops und Aufführungen an diesem Ort bald zu einem außerordentlichen Erlebnis werden.
(16/6.11.2011)
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