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Mit der "Jeppe van Schier" übers Ijsselmeer PDF Drucken
Fahrten - Kursfahrten

WinkendeGruppeNach einer knapp dreistündigen Busfahrt kamen wir, der Erdkunde-Kurs, am Sonntagabend bei völliger Dunkelheit in Stavoren an, wo wir an Bord gingen. Auf dem Schiff, der „Jeppe van Schier“, versuchten wir erst einmal unsere Sachen in den zum Teil sehr engen Kajüten unterzubringen und uns einzurichten. Dann begann der Spaß.

Nachdem der Kurs am nächsten Morgen ein von der Frühstückgruppe ausgiebig zubereitetes Frühstück genossen hatte, ging es nun daran, das bestellte Gemüse und andere Nahrungsmittel in die nur spärlich vorhandenen Stauraummöglichkeiten einzuräumen. Es folgte eine generelle Einweisung von Skipper Pieter und Maat Will. Diese beinhaltete unter anderem Regeln, die auf dem Schiff einzuhalten sind, sowie die Erklärung diverser Schiffsvorrichtungen und Knoten. 

Erste Bewährungsprobe

Kurz darauf stand auch schon unsere erste Bewährungsprobe auf dem Plan: Mithilfe des Maats setzten wir  gegen 10.30 Uhr die Segel und machten uns auf in Richtung Enkhuizen. Die Route hatten wir vorab mit dem Skipper geklärt; sie schien am plausibelsten. Da der Wind aber aus südlicher Richtung kam und wir auch in südliche Richtung segelten, ist dies ein echtes Paradoxon, tut hier aber nichts zur Sache. Das scheinbare Missgeschick setzte allerdings voraus, dass wir die ganze Fahrt über „kreuzen“ mussten, ein Vorgang, der die Fahrt ca. um das Doppelte verlängerte; auch waren wir mit unseren 5 Knoten im Durchschnitt nicht unbedingt die schnellsten. Dadurch befanden wir uns zur Mittagszeit auch noch auf „hoher See“. Trotzdem mussten wir nicht verhungern, da die Mittagsgruppe so freundlich war und uns „Schnittchen“ und Obst zubereitete. Die restliche Zeit an Bord, in der wir keine schwere Arbeit zu verrichten hatten, verbrachten wir äußerst sinnvoll mit Kartenspielen, unnötigen Diskussionen über Gott und die Welt oder mit ausgiebigem „Chillen“ an Deck, zumal das Wetter an diesem Tag auch nichts zu wünschen übrig ließ. Schließlich legten wir um ca. 15 Uhr im Enkhuizener Hafen an. Die Nachricht, doch nicht das Zuidersee-Museum zu besuchen, wie vorab eigentlich besprochen, wurde mit großer Zustimmung aufgenommen, sodass der Rest des Tages mit einer „Dorferkundung“, die aufgrund der mangelnden Größe des Dorfes allerdings nicht zu lang ausfiel, und weiterem „Chillen“ ganz geruhsam verlief. Ein Highlight war dann natürlich das Abendessen: Spaghetti-Bolognese wurde mit ganz viel Liebe von der zuständigen Gruppe zubereitet. Den Abend ließen wir relativ früh und entspannt bei einer oder auch zwei Runden „Pils“ ausklingen.

Mit dem Schiff über die Autobahn

MithilfeNach der zweiten Nacht auf dem Schiff schliefen alle schon besser. Während einige das Frühstück vorbereiteten, besuchten andere noch die Duschen im Hafen. Auf unserem heutigen Törn ging es direkt weiter von Enkhuizen nach Hoorn. Als ein Hindernis erwies sich eine Autobahn, über die eine Schleuse führte. Dazu kamen die minderguten Windverhältnisse, welche uns zum permanenten Kreuzen zwangen. Auf dieser Segeltour, bei der wir auch selbst mit anpacken durften, herrschte trotz der gelegentlichen Arbeit, die anfiel, meist eine entspannte Stimmung. Viele machten es sich an Deck in ihren Schlafsäcken gemütlich,  während der Maat einigen die Steuerung des Schiffes anvertraute. Im Hafen von Hoorn machten sich die meisten auf den Weg ans Deck. Die Einkaufsgruppe ging in die Stadt, um den Proviant für die weitere Segeltour aufzustocken. Andere erkundeten die Hafenanlage von Hoorn. Nachdem das Auftanken beendet war, hieß unser nächstes Ziel Volendam. Erst am späten Abend trafen wir dort ein. Einige nutzten die Freizeit, um noch ein Fußballspiel im örtlichen Stadion des FCVD zu genießen, während andere die Hafenmeile erkundeten. Etliche Fotoläden mit Touristen in Trachten waren charakteristisch für die kleine Stadt, etwa 15 Minuten von Amsterdam entfernt.

Amsterdam – Sex, drugs and crazy bikers

Mittwoch: Der erste und einzige Tag, den wir fast komplett auf festem Grund verbrachten, und dennoch ließ uns das schwankende Gefühl nicht mehr los.Nachdem wir mit dem Bus in Amsterdam angekommen waren, ging’s gleich wieder auf ein Schiff: Es stand eine Grachtenrundfahrt an, unser einziger Programmpunkt der gesamten Kursfahrt, bei welcher wir uns sämtliche Informationen dafür gleich in dreifacher Ausführung anhören durften (Deutsch, Englisch, Niederländisch). Wir hatten also durchaus Freude an dem Versuch, die niederländischen Versionen zu verstehen. Aus „Kaisergrachten“ wurden „Käsegrachten“. Nach dem einstündigen Kulturschock hatten wir auch schon wieder neun Stunden Freizeit, welche wir in kleinen Gruppen selbst gestalten konnten. Bei dem Versuch, die Innenstadt zu finden, führten uns die Schilder mit der Aufschrift „Center“ erst einmal in das Schwulenviertel. Fünf Minuten später erreichten wir das Rotlichtviertel. Nach weiterem Suchen sahen wir  DAS Zeichen für internationale Esskultur, welches uns signalisierte, dass wir die Innenstadt erreicht hatten: McDonald’s, welchem wir auch gleich einen Besuch abstatteten (während andere sich zu derselben Zeit vier Döner kauften).Man sagt ja immer, in der Schule lerne man fürs Leben: Schon nach kurzer Zeit konnten wir eine sichere Aussage über die wirtschaftliche Situation Amsterdams treffen: teuer! Aber man konnte z.B. in den Souvenirläden, ob beabsichtigt oder nicht,  kuriose Entdeckungen machen, mit denen nicht nur die Haschlollis gemeint sind. Eine echte Gefahr in Amsterdam sind die Radfahrer, die des Bremsens offensichtlich nicht mächtig sind. Springt man nicht rechtzeitig aus dem Weg, wird man plattgefahren. Gnadenlos. Ohne Rücksicht auf Verluste. Amsterdamer wissen eben, wie man sich gegen Touristen wehrt! Sobald man jedoch einmal jemanden nach dem Weg fragt, bekommt man fast ausnahmslos eine detaillierte Antwort in perfektem Englisch (Wir waren erstaunt: In Amsterdam gibt es sogar Schüler- und Studentenrabatt auf fremdsprachige Zeitschriften!). Nur das Fragen nach Coffeeshops, wie zum Beispiel dem „Grasshopper“, erübrigt sich, denn diese findet man in Amsterdam wirklich an jeder Ecke.Um 21:15 waren alle wieder nach selbstständiger Rückfahrt auf dem Schiff versammelt und gingen den typischen Tätigkeiten nach.

Alle 60 Sekunden blasen!

ChillenanDeckUnsere Planung für den Tag sah eine frühe Abfahrt vor, um so weit wie möglich nach Norden zu segeln. Allerdings wurden unsere Pläne auf Grund starken Nebels durchkreuzt und wir mussten knapp zwei Stunden im Hafen von Volendam liegen bleiben. Trotz noch großer Nebelschwaden wagten wir uns schließlich doch aufs Meer hinaus, jedoch wurde lediglich das Focksegel gehisst. Da die Sicht weiterhin unter 50 Meter lag,  musste alle 60 Sekunden das Nebelhorn geblasen werden, um andere Schiffe zu warnen. Erst am frühen Nachmittag konnten schließlich alle Segel hochgezogen werden und wir erreichten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5-7 Knoten. Die meisten hielten sich unter Deck auf und verbrachten den Tag mit Kartenspielen und lesen, nur wenige blieben an Deck und lagen in ihren Schlafsäcken oder lackierten Fingernägel. Als es bereits dämmerte, durchfuhren wir die lange Hafeneinfahrt von Workum und legten nach einer 180°-Wende in zweiter Reihe an. Nun mussten noch alle Segel wieder eingepackt werden, bevor wir gemeinsam mit Pieter und Will zu Abend essen konnten.

Bye- bye, paradise

Die komplette Mannschaft machte sich zum Ablegen bereit. Zum letzten Mal wurden die Segel gehisst und wir verließen den Hafen von Workum. Zunächst dachten alle, dass es eine ruhige Überfahrt nach Stavoren werden würde. Gemütlich grasende Schafe auf dem Deich verstärkten unseren Eindruck. Doch nachdem wir den Kanal von Workum Richtung Ilsselmeer verlassen hatten, brauste uns der Wind kräftig um die Ohren und ergriff die Segel. Schnell bekam das Schiff eine Schräglage, die wir zuvor noch nicht erlebt hatten. Die Bullaugen mussten sofort geschlossen werden, da schon Wasser in die Küche gelaufen war. Das Küchenteam hatte große Probleme, die Kochtöpfe auf den Herdplatten zu halten und das Mittagessen verschob sich um einige Zeit nach hinten. Am Zielhafen hatten dann einige das Glück, das Deck zu schrubben. Schnell brachten wir das Schiff auf Vordermann, packten unsere Sachen und schossen noch einige Abschlussbilder. An unsere mittlerweile lieb gewonnenen Skipper Pieter und Will übergaben wir zum Abschied ein typisch oldenburgsches Gebäck und machten uns erschöpft und glücklich mit dem Bus auf den Nachhauseweg. Daheim stieg uns der lang ersehnte Oldenburger Kramermarktsduft in die Nase, aber noch mussten schnell die Essensüberreste aufgeteilt werden, bevor auch die Letzten den Heimweg antraten.Wir möchten uns insbesondere bei Frau Werpup bedanken, da sie sehr kurzfristig als Begleitung eingesprungen ist.(17/07.11.2010)

Marco Eberlei und Thore Früchtenicht sind Schüler des Abiturjahrgangs

 
 

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