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Fahrten - Klassenfahrten

Friedlander1„Versuche dein Leben zu machen“. Das waren die letzten Worte, die Margot Friedlander von ihrer Mutter mit auf den Weg bekam, bevor diese sich entschloss, ihrem Sohn zu folgen, der von der Gestapo festgenommen worden war.

Begegnung mit einer Überlebenden des Holocaust in Berlin

Während unserer Studienfahrt trafen wir die Zeitzeugin Margot Friedlander (92 J.), die für uns aus ihrem Buch liest. Sie erzählt ihre Lebensgeschichte in der NS-Zeit.

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Nachdem Margot Friedlander die Nachricht von ihrer Mutter, die ihr noch eine Handtasche mit einem Adressbuch und eine Bernsteinkette hinterlässt, erhält, beschließt sie selbst in den Untergrund zu gehen. Sie lässt sich die Haare rot färben, die Nase operieren und nimmt den Judenstern ab, um nicht als Jüdin erkannt zu werden. Nach 15 Monaten, immer wieder von Helfern versteckt, wird die damals 22-Jährige jedoch verhaftet und 1944 in das KZ Theresienstadt (Tschechien) deportiert. Sie erlebt eine schreckliche Zeit und sieht, wie täglich viele Menschen vor ihren Augen sterben.

Sie überlebt, erfährt aber, dass ihre Mutter und ihr Bruder im KZ in Ausschwitz ermordet wurden.

Friedlander3Nach 64 Jahren Rückkehr in die Heimatstadt Berlin

Nach dem Krieg emigriert sie mit ihrem Mann, den sie im Ghetto Theresienstadt kennen gelernt hat,  in die USA. Nach dem Tod ihres Mannes kommt sie zunächst 2005 nach Berlin zurück, um an einem Dokumentarfilm zu arbeiten, entschließt sich dann aber letztlich, nach 64 Jahren endgültig in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Es sei ihr ein Anliegen, besonders der jungen Generation ihre Geschichte zu erzählen und zu vermitteln, dass so etwas nie wieder passieren dürfe.

Anschließendes Gespräch macht nachdenklich

Nach der Lesung durften wir Frau Friedlander noch Fragen stellen, die sie uns offen und warmherzig beantwortete. Nachdenklich stellt sie z.B. fest, dass die Frage, ob sie ihrer Mutter und ihrem Bruder hätte folgen sollen, statt sich zu verstecken und zu entkommen, wohl immer bleiben werde. Diese Fragerunde war für die meisten von uns besonders interessant und eindrucksvoll und hat viele von uns berührt und zum Nachdenken angeregt. Ihr gilt unser Respekt.

Einige von uns haben aber auch festgestellt, wie schwer es für unsere Generation ist, sich vorzustellen, wie sie sich gefühlt haben muss.

Friedlander5„Ich habe eine Vision“

Frau Friedlander besucht heute noch deutschlandweit Schulen und andere Einrichtungen, um durch Lesungen und Gespräche von ihren Erlebnissen zu berichten und daran mitzuwirken, dass die Ereignisse nie in Vergessenheit geraten.

Am 9. November 2011 wurde ihr vom damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff im Schloss Bellevue das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Dank an Frau Friedlander und die Schwarzkopf-Stiftung

Wir möchten uns ausdrücklich bei der Schwarzkopf-Stiftung bedanken, die uns ihre Räumlichkeiten für die eindrucksvolle Begegnung mit Margot Friedlander zur Verfügung stellte. (2/9.2.2013)

 

Franziska Bruns und Lydia Bratzke sind Schülerinnen der Kl. 10d.

 

Buchtipp:

Margot Friedlander mit Malin Schwerdtfeger „Versuche, dein Leben zu machen": Als Jüdin versteckt in Berlin, rororo 2010

 

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