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Berlin ohne Kilometergeld – Erinnerungen nach einem Jahr PDF Drucken
Fahrten - Klassenfahrten

 

berlinMittwoch, 3.6.2009

7.15 Uhr: 17 verschlafene Schüler und Schülerinnen und zwei aufgeregte Lehrer namens Frau Dagmar Schmidt und Herr Jungeblut stehen im Oldenburger Bahnhof und warten vergeblich auf Leo. Kein Leo da, die Fahrt geht ohne Leo los nach Berlin. Nach fast vier Stunden erreichen wir den gläsernen Hauptbahnhof Berlins und werden empfangen von  unserer 18. Klassenkameradin, Antje, die Berlin schon ein bisschen vorgetestet hatte. Wir sind schon gespannt auf unser Hostel, doch die Fahrt dorthin mit der S- und U-Bahn verläuft auch nicht ohne Komplikationen. Meinert steigt ohne seinen Rucksack um. Der fährt mitsamt Proviant alleine weiter und ward nicht mehr gesehen, bis…

Nach anstrengender Kofferschlepperei können wir etwas verspätet im Quartier einchecken, kurz verschnaufen und los geht’s. Der erste Programmpunkt von Frau Schmidts raffiniert ausgetüfteltem Programm steht uns bevor: Treffen am Westeingang des „Paul-Löbe-Hauses“, wo uns endlich der 19. Mitschüler entgegenkommt: Leo. Er hatte sich, nachdem er unseren Zug verpasst hatte, mit diversen Regionalzügen in die Hauptstadt durchgeschlagen und konnte nun pünktlich an einem langen, diskussionsreichen Gespräch mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Gesine Multhaupt teilnehmen. Für alle gibt es anschließend im Besucherrestaurant zur Stärkung Gemüsefrikadellen mit Kartoffeln, inklusive Ausblick auf Spree und Reichstag. Und zum Essen sind wir dann schließlich auch ganz komplett, denn Kandidat Nummer 20, Elise, ist nach einem Sportwettkampf nun auch eingetrudelt. Dann heißt es „18.30 Uhr Treffen Reichstagsgebäude, 19.00 Uhr Vortrag“, bei dem uns die verschiedenen Gebäude und Einrichtungen des Regierungsviertels erklärt werden, wie z.B. die Belüftungsanlage des Plenarsaals. Anschließend besichtigen wir noch die Kuppel, von wo aus wir den Blick auf Berlin genießen können. Als wir spät abends im Hostel sind, fallen alle in ihre Betten und schlafen.

Donnerstag, 4.6.2009

Nach dem Frühstück halten die ersten von uns ihr Mini-Referat am Alexanderplatz. Um 12.00 Uhr geht´s ab ins Gefängnis, wo uns schon ein Kamerateam der BBC erwartet. Wir haben eine Führung im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, bei einem echten Ex-Häftling. Dieser Programmpunkt entpuppt sich als einer der besten und interessantesten, die Führung dauert zwar länger als geplant, doch der Referent kann uns mit seinen persönlich erlebten Geschichten so mitreißen, dass die Zeit wie im Fluge vergeht. Uns wird trotz des langen Marsches durch  das Stasi-Gefängnis keine Pause gegönnt, schade! Und so schleppen wir uns ins Olympiastadion, wo ein Referat gehalten wird und es zum Glück genug Sitzplätze für uns gibt, über 74.000, um genau zu sein. Abends steht der Besuch der Blue Man Group auf dem Plan, das Highlight der Klassenfahrt. Dank Herrn Jungebluts Überredungskünsten sogar mit der kompletten Klasse.

Freitag, 5.06.2009

Unsere Gebete werden erhört: Wir haben Freizeit. Am Nachmittag sind drei Mini-Referate an der Reihe: Brandenburger Tor, Siegessäule und East Side Gallery. Klingt eigentlich ganz harmlos, ist es für die Füße aber nicht.  Der Weg vom Brandenburger Tor zur Siegessäule sowie die 285 Stufen auf die Siegessäule geben uns den Rest. Allerdings findet dann ein vorgezogenes Abschluss-Abendessen in einer Pizzeria statt, das uns wieder fit macht.

Samstag, 6.6.2009

Unsere Abschlussfahrt neigt sich dem Ende zu.. Heute ist noch einmal ein bisschen Geschichte dran. Führung am Holocaust Mahnmal. Vor uns ein Platz mit vielen verschieden großen Betonklötzen, die zusammen an die ermordeten Juden Europas erinnern. Eine Referentin erzählt uns, dass der Architekt den grauen Blöcken keine besondere Bedeutung zugeschrieben hat, sondern jeder einzelne Besucher sich selber Gedanken darüber machen soll. Bevor wir uns das Museum unterhalb des Mahnmals anschauen, haben wir die Möglichkeit, in den gleich aussehenden Gängen entlang zu laufen.
Bis zum Abendessen gibt es viel Freizeit, Zeit, shoppen zu gehen, ein 3D-Kino zu besuchen oder Hubschrauber fliegen zu lassen.
Nachdem wir uns ein Minireferat über Bertolt Brecht angehört haben, geht’s ins Berliner Ensemble, wo wir uns das Theaterstück „Schwejk im Zweiten Weltkrieg“ von Bertolt Brecht anschauen.

Pfingstsonntag, 7.6.2009

Unser letzter gemeinsamer Tag. Koffer packen, auschecken, mühsame U-Bahnfahrt zum Bahnhof. Besuch bei “Dunkin Donuts“, Heimfahrt und  Ende einer kurzfristig organisierten, sehr gelungenen Klassenfahrt.
Und nach vielen Wochen taucht auf unglaubliche Art und Weise doch tatsächlich der Rucksack wieder auf…(11/06.06.2010)

Marthe Steinbrenner und Eileen Tweenhövel besuchen den 11. Jg. am NGO.

 
 

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