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Der Morgen des neunten Tages des neuen Jahres begann, wie der Vorabend aufgehört hatte: Mit Warnungen auf allen Radiosendern und Fernsehkanälen vor einem Sturmwintertief namens Daisy. Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes sollte also genau an jenem Samstag ganz Deutschland unter einer dicken Schneedecke begraben werden und das gesamte Verkehrssystem zusammenbrechen. Es war der Morgen, an dem wir, der Skikurs des elften Jahrgangs, uns aufmachen wollten nach Österreich, um unsere Skikünste entweder zu erlernen, auszubauen oder unter Beweis zu stellen.
Pünktlich um sieben rollte unser roter Reisebus auf den Realparkplatz in Etzhorn und öffnete seine Türen. Im Inneren erwarteten uns nicht nur eine knapp berechnete Platzanzahl, sondern auch völlig fremde Gesichter aus Wilhelmshaven, mit denen wir die nächste Woche gemeinsam verbringen sollten.
Daisy verpasst
Den ersten Tag verbrachten wir also mit Kartenspielen, Klatschzeitschriften und Bücher lesen, Musik hören, essen, schlafen und dem Gucken eines Films auf dem Bordfernseher. Spät am Abend kamen wir in Piesendorf (nahe Kaprun) an, bezogen unsere toll ausgestatteten Zimmer und schliefen mit großen Erwartungen ein. Daisy hatten wir aus unerfindlichen Gründen verpasst. Sechs Tage auf der Piste lagen vor uns. Aufgestanden wurde von allen gegen sieben, danach gefrühstückt und gegen neun saßen wir im Bus, um auf die Zuspätkommer zu warten.
Unseren ersten Tag verbrachten wir entweder mit dem Wieder-Reinkommen oder der Verzweiflung mit dem großen Schritt seines Lebens, das erste Mal Skier unter den Füßen zu haben. Eine sehr rutschige Angelegenheit, wie man feststellen musste. Nach unzähligen Stürzen und den ersten Erfolgserlebnissen ging es gegen vier wieder von der Piste und dafür unter die warme Dusche des Hotels.
Nagelköpfel, Maiskogel, Schmittenhöhe
Wir steigerten uns von Tag zu Tag. Angefangen hatten wir mit den Übungshängen des „Nagelköpfel“, am zweiten folgte der „Maiskogel“, am dritten die „Schmittenhöhe“ und schließlich wagten wir uns am Mittwoch auf den Gletscher in luftigen Höhen von 3000 m.  Die Mittagspausen verbrachten wir alle zusammen in den gemütlichen Hütten, wo wir uns mit Germknödeln, Apfelstrudel und Almdudler verwöhnten und aus den Lautsprechern über unseren Köpfen die größten Skihits gerieselt kamen. Nachmittags, wenn wir im Bus saßen und zurück zum „Notburgahof“ fuhren, lernten wir nach und nach durch das Trichterprinzip das Lied „Skifoarn is’ der größte Hit“, was uns allen wohl in ewiger Erinnerung an diese Zeit bleiben wird. An dieser Stelle einen herzlichen Gruß an Herrn Völkers aus Wilhelmshaven, der dafür verantwortlich ist. Jeden Abend schauten wir uns die „Fotos bzw. Videos des Tages“ an und hörten von den Wilhelmshavenern die außergewöhnlichsten Referate, die uns je vorgetragen wurden. An einem Abend gingen wir alle zusammen Snowtuben und Zipfelbob fahren unterm Sternenhimmel und machten uns hinterher einen wunderbaren Liederabend auf der Hütten. Das Wetter wurde, nachdem wir zwei Tage vom Prinzip her nicht unterschieden konnten, ob wir uns in den Alpen oder nicht doch nur im Schwarzwald befanden, immer besser und bis zum letzten Tag kamen wir zum Glück auch ohne ernstere Verletzungen davon.
Per Hubschrauber ins Krankenhaus
Nur am Freitag ereignete sich tragischerweise noch ein schwerer Unfall, woraufhin eine unserer Mitschülerin per Hubschrauber vom Gletscher abgeholt werden musste und ins Krankenhaus nach Zell am See geflogen wurde*. Dennoch mussten wir alle für unsere Endnote gewissermaßen eine Prüfung machen, die auch weitestgehend zufriedenstellend ausfiel. Aus den Anfängern waren Fortgeschrittene geworden, aus den Fortgeschrittenen vielleicht sogar schon Profis, und die Profis hatten sich weiter verprofisiert. Nach einer so ereignisreichen Woche fuhren wir glücklich und erschöpft am 16.Januar wieder ins deutliche flachere Ammerland zurück und freuten uns auf gutes Hochdeutsch. (6/26.02.2010)
* Anmerkung der Redaktion: Die betroffene Schülerin ist wieder wohlauf.
Ricarda Richter ist Schülerin des 11. Jahrgangs am NGO.
Zu diesem Thema im NGO - Onlinemagazin
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