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Kartoffelsack mit Hut PDF Drucken
Weit weg - Jana Antonczik

Neuigkeiten aus Australien: Jana Antonczik schreibt von einem Flugmarathon und seinen Folgen und einer grässlichen Schuluniform à la Kartoffelsack mit Hut. Nach einer nicht bestandenen Matheprüfung und nach vier Wochen "Modern History" an der "Kedron High School" kommt sie zu dem Schluss: Die Lehrer am NGO sind in Wirklichkeit harmlose Kätzchen.

jana4.jpg Zwei Monate bin ich jetzt schon hier, aber irgendwie kommt es mir vor, als wäre es erst gestern gewesen, das ich am Flughafen stand und meine Freunde und meine Familie zurücklassen musste! Ich glaube, das war einer meiner schrecklichsten Tage in meinem Leben.

Mein Flug hier her war auch ganz angenehm, habe viel geschlafen und mich mit anderen Deutschen unterhalten. Na ja, aber nach fast 22 Stunden Flug kam ich dann auch endlich in Brisbane an und wurde dort auch gleich lieb empfangen. Na ja, wie man sich wahrscheinlich vorstellen kann, ist man nach knapp 22 Stunden fliegen nicht mehr ganz fitt, und will eigentlich nur noch ins Bett und den restlichen Tag durchpennen. Hahaha... Falsch gedacht... Ich wurde mit der Begründung, dass ich mich sonst nicht an den anderen Rhythmus gewöhnen würde, wachgehalten! Die folgende Woche war dann nicht ganz so spannend, habe viel geschlafen und Fernsehen geguckt..... ;)

Aber dann kam mein erster Schultag, an dem ich gleich mit der super-hässlichen Schuluniform geschockt wurde^^..... Ich muss ein graues Kleid (na ja, nicht wirklich ein Kleid, eher ein Kartoffelsack) tragen, dazu ne Krawatte (die eigentlich keine Krawatte ist, sondern eher zwei Bänder) und wenn es kalt ist auch noch nen Pullover (den finde ich im Gegensatz zu den anderen Sachen total toll und gemütlich). Und da sich unsere Schule dazu entschlossen hat, dass wir eine Hut tragen müssen, habe ich den auch noch (aber tragen tu ich ihn nur mittwochs, wenn wir Versammlung (Bild) haben).

jana1.jpgSonst war der erste Schultag nicht wirklich spektakulär..... Habe andere Deutsche kennengelernt und auch ein paar Australier. Ich musste mich im Unterricht immer vorstellen (die erste Stunde in allen Fächern halt) und ich habe festgestellt, dass einige Lehrer richtig streng sind. (Also sagt nicht, dass eure Lehrer am NGO streng sind, die am NGO sind wirklich harmlose Kätzchen im Gegensatz zu denen hier.) Ich habe jetzt noch drei Tage Schule, bis ich auch endlich mal wieder Ferien habe, leider nur zwei Wochen, aber was solls, besser als gar nichts. Die letzten Schultage nehmen hier alle ganz locker. Am letzten Schultag wird so gut wie keiner erscheinen, weil wir nämlich am Abend unseren "Year-11-Ball" haben.

Nach mittlerweile mehr als 2 Monaten Schule kann ich wirklich sagen, dass ich alles verstehe (aber das müssen die Leherer ja net wissen)..... Klar hat man zwischendurch immer mal Probleme, aber das kriegt man schon hin. Das Schulsystem allerdings habe ich noch nicht wirklich verstanden. Es ist ähnlich wie das Deutsche in der Oberstufe, aber irgendwie ...^^......

Wusstet ihr eigentlich, wie toll es ist, wenn man auf Deutsch redet, und keiner einen versteht?!...... DU kannst über alles und jeden reden. Besonderen Spaß macht es bei unserer "Modern History"-Lehrerin, da die total verpeilt ist und ihr Unterricht daraus besteht, uns Texte zu geben, die wir durchlesen sollen und das wars. In den Fächern Bio, Franze und Mathe haben wir fast das gleiche, was ich auch schon in Deutschland hatte. Bin in Mathe trotzdem durchgefallen^^.....

jana3.jpg Wie auch immer... Ich glaube, dass ich mich während dieser zwei Monate schon sehr verändert habe. Das geht auch gar nicht anders, so crazy wie die hier sind. Ich habe schon viele verschiedene Sachen erlebt und Dinge erfahren, die für mich niemals vorstellbar waren. Zum Beispiel gehen hier alle Kinder arbeiten, da fast alle ihre Schuluniform selbst bezahlen müssen (und die ist nicht gerade billig). Andere müssen dazu noch das Internet bezahlen oder ihre Stromkosten. Ich komme mir dann jedesmal ein bisschen komisch vor, wenn sie mich fragen, ob wir sowas auch machen müssen.

Ich habe aber auch schon witzige Sachen erlebt. Viele der Australier haben mich gefragt, ab wann man denn Alkohol trinken dürfte. Als ich ihnen alles erzählt habe, waren sie ganz geschockt, aber auch excited^^....

Ich für meinen Teil denke, dass es eine gute Idee war, herzukommen, auch, wenn ich zwischendurch immer mal wieder Heimweh habe, aber ich glaube, das gehört dazu. Und ich rate jedem, der die Chance hat, sie auch zu nutzen, denn das könnte das beste Jahr seines Lebens werden. (22.09.2007)

 

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