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Es gibt Sätze, die man niemals vergessen wird, in unserem Lande. Johann Wolfgang Goethes Empfehlung „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“, gehört zu jenen großen deutschen Aussprüchen. Aber warum stammt dieser Satz nun gerade aus Deutschland? Zufall, in anderen Sprachen hört sich das genauso gut an! Ein Satz, der den Charakter der deutschen Sprache viel besser verdeutlicht, ist der Auszug jener berühmten Skireportage des Sportjournalisten Heinz Maegerlein: „Tausende standen an den Hängen und Pisten“.
Anders als Goethe demonstriert Heinz Maegerlein eine Besonderheit der deutschen Sprache: ihre Doppeldeutigkeit. Ihretwegen sind wohl auch Wortspiele im deutschsprachigen Raum derart populär. Besonders in Österreich bedient man sich mit Freuden dieses -in den meisten Fällen eher peinlichen- stilistischen Mittels. Normalerweise zeigt sich die Missverständlichkeit unserer Sprache aber versehentlich. Heinz Maegerleins Zitat ist nur ein Beispiel. Aus jüngeren Zeiten stammt Willi Lemkes Ausdruck des Bedauerns über den Missstand, dass „hier der Fußball mit Füßen getreten wird“. Doch beabsichtige ich durchaus nicht, nur Äußerungen aus der Welt des Sports anzuführen – obgleich sich hierzu noch ein paar tausend finden ließen. Selbst in der Werbung stößt man des Öfteren auf Sätze, die zu Missverständnissen führen: Eine Bioethanol produzierende Firma warb beispielsweise mit zwei Ford Focus, auf deren Heckscheibe gedruckt stand: „Wir fahren mit Alkohol“. Der zuständige Werbetexter stand offenbar unter Alkohol... Aufgabe eines Kolumnisten ist es, andere Menschen zu demütigen, indem er ihre Schwächen möglichst skrupellos karikiert. Natürlich möchte ich mich nicht von dieser Leitlinie distanzieren, schließlich ermöglicht sie es, seiner Schlechtigkeit den Anschein von Eleganz und Formvollendung zu geben. Heute aber will ich ihnen von einer eigenen Blamage erzählen: Als ich die sechste Klasse besuchte, hatte ich einen Faible für eine bestimmte Hunderasse: Den Mops. Im Plural. Nun ja... Im Schulbus gab ich dann zum Besten, wann ich wessen Möpse streichelte. Da ich im Gegensatz zu meinen Mitschülern ein ausgesprochen biederes Kind war, verstand ich nicht, was die Freunde zu ihren Heiterkeitsausbrüchen veranlasste. Bis man mich irgendwann aufklärte... Was lehrt uns diese Begebenheit? Traue nicht deinem ersten Eindruck! Menschen, die bedenkliche sexistische Absichten zu haben scheinen – vielleicht sind sie einfach tierlieb. (4/18.01.2009)
Karl Kelschebach, Jg. 11, ist NGO-Onlinemagazin-Autor.
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