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„Jamal Malik ist eine Frage davon entfernt, 20 Millionen Rupien zu gewinnen. Wie hat er das geschafft? A: Er hat betrogen. B: Er hatte Glück. C: Er ist eine Genie. D: Es ist Schicksal.“ Als diese Frage vor mir auf der Kinoleinwand erschien, tippte ich auf C. Schließlich wäre dies doch ein perfektes Hollywood-Drehbuch: Ein Slumdog, ein „Chaiwalla“, in den Slums der indischen Großstadt Mumbai aufgewachsen, entkommt seinem armseligen Zuhause durch seine Genialität, indem er in der indischen Ausgabe der Fernsehshow „Wer wird Millionär?“ alle Fragen korrekt beantwortet.
Der durch seinen Erfolg bei den diesjährigen Oscar-Verleihungen so bekannt gewordene Film „Slumdog Millionär“ würde mir als Kinobesucherin in den nächsten zwei Stunden Jamal Maliks Leben zeigen, mir zeigen, wie Jamal von klein auf seinen Wissensdurst stillen und sich dabei am Besten noch selbst das Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen würde. Dachte ich. Und natürlich würde er am Ende das Geld gewinnen. Hollywood, nicht wahr?
Von wegen kitschig Doch es ist eben nicht Hollywood, sondern Indien, und trotzdem immer noch nicht Bollywood. Und wer wissen will, ob ich mit „C“ richtig lag, muss sich eine Kinokarte kaufen und sich „Slumdog Millionär“ ansehen. Auch wenn der Plot des Films - ein Junge aus den Slums will bei „Wer wird Millionär?“ im indischen Fernsehen 20 Millionen Rupien gewinnen, um seine große Liebe wieder zu finden – anderes vermuten lässt, Fakt ist: Der indisch-britische Film ist keineswegs märchenhaft-kitschig. Dafür mussten meine Sitznachbarin und ich uns während des Films zu oft die Augen zuhalten.
Schreckliche, faszinierende Reise Doch Fakt ist auch, dass der Zuschauer auf eine rasante, manchmal schreckliche, faszinierende Reise durch das Leben des „Slumdog“ Jamal Malik mitgenommen wird.
„Slumdog Millionär“ ist nun einer meiner Lieblingsfilme und die wundervolle Filmmusik befand sich bereits einen Tag nach dem Kinobesuch auf meinem iPod. Nicht umsonst hat der Film bei zehn Nominierungen acht Oscars abgeräumt. Die Reise auf Jamals Spuren lohnt sich. (15/05.04.2009)
Slumdog Millionär (Originaltitel: Slumdog Millionaire) Drama, UK 2009 120 Minuten | FSK ab 12 Besetzung Dev Pattel, Madhur Mittal, Freida Pinto, Anil Kapoor u.a. Kamera Anthony Dod Mantle Drehbuch Simon Beaufoy Regie Danny Boyle
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