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Gerade in der letzten Woche lief in der ARD die Verfilmung von Sven Regeners Roman „Neue Vahr Süd“ u.a. mit Eike Weinreich in der Rolle des Martin Klapp. Das scheint zunächst eine lapidare Feststellung, hätten wir nicht kurz zuvor die Gelegenheit gehabt, im NGO ein längeres Gespräch mit Eike zu führen, der 2005 sein Abitur am NGO machte.
Bis zu seinem 22. Lebensjahr lebte Eike in Oldenburg, spielte in seiner Freizeit unter anderem Fußball und Klavier. Aber es gab nur eine Sache, die ihm hundertprozentig zusagte: Theaterspielen. Und so stand der Weg fest.
NGO unterstützt seinen Berufswunsch
Für seine Ausbildung war das Abitur Voraussetzung, aber „irgendwie Abi“ reichte. Wichtiger für ihn war, dass die Schule ihm, was das Theaterspielen anging, entgegenkam, indem sie ihm ermöglichte, einen Workshop zu besuchen, während er mitten in den Vorbereitungen zum Abi steckte. „Das war mir eine große Hilfe.“ Glück gehabt.
Jeder fängt mal klein an
Eikes erstes großes Stück „Emil und die Detektive“ spielte er am Oldenburger Staatstheater, Davor hieß es „Schultheater, Schultheater, Schultheater!“. Bald kam sein erster Film „Eisbombe“ und Eike erzählt uns, dass er großes Glück gehabt habe, da sich die Dreharbeiten genau zwischen dem Ende seines Zivildienstes und dem Anfang des Studiums befanden. „Beim Film hängt es mit viel Glück zusammen, ob man eine Rolle bekommt.“ Da gebe es den Regisseur, die Casterin und so weiter, die alle „Ja“ sagen müssten. Und manchmal gehe es sogar nur darum, ein bestimmtes Äußeres zu haben.
Auf der Bühne in Dresden
Zurzeit lebt Eike in Dresden, wo er sein Studium zum Schauspieler bald beenden wird. Das Studium umfasst eine zweijährige Ausbildung an der Schauspielschule und zwei Jahre Praxis an einem Theater. Während dieser Praxisphase am Staatsschauspiel Dresden ist Eike in der Theaterfassung von Uwe Tellkamps Roman „Der Turm“, der in Dresden spielt und sich mit der DDR beschäftigt, zu sehen. Außerdem spielt er momentan im Weihnachtsstück „Christmas Carols“.
Warum „tickt“ die Figur so?
Was macht man bei soviel Theater in seiner Freizeit? Hat man überhaupt welche? Er habe wenig Freizeit, gibt Eike zu. Proben und Auftritte nähmen viel Zeit in Anspruch. „Und so eine Rolle beschäftigt dich den ganzen Tag. Sie lässt dich nicht los. Man fragt sich ständig, warum eine Figur so ist, wie sie ist, wie sie „tickt“ – und irgendwann fängt man an, sie zu verstehen.“ Eike mag am liebsten die Figuren, die einen Konflikt haben bzw. sich in Extremsituationen befinden, z.B. an sich selbst (ver)zweifeln oder voller Hass stecken. Er versuche dann, die Figur gewissermaßen zu verteidigen, indem er sich eben diese Frage stellt: Warum ist die so, wie sie ist?
Film oder Theater?
Weil Eike sowohl Theater als auch Film macht, interessierte uns, was er besser findet. Er wollte sich aber nicht festlegen, denn „es kommt immer auf das Projekt an und nicht darauf, ob es ein Film ist oder ein Theaterstück.“ Beim Film habe man sehr viel mehr Verantwortung zu tragen, da nur ein Fehler bedeutet, dass die ganze Szene wiederholt werden muss.
Zukunftsträume
Für die Zukunft wünscht Eike sich, einmal mit August Diehl zusammen zu arbeiten. Er bezeichnete ihn als „genial“. Auch hätte er Lust, noch einmal mit seinem Schauspielpartner Frederick Lau aus „Neue Vahr Süd“ zu spielen. Grundsätzlich ist er aber offen für die Zukunft und betont, es auf keinen Fall zu bereuen, den Weg des Schauspielers eingeschlagen zu haben. Allerdings lasse sich das Theaterspielen nur schwer mit Familienleben vereinbaren und „eigentlich bin ich ein Familienmensch“, sagt er. Und deswegen zieht’s mich nach Oldenburg, wenn ich theaterfrei habe.“Auch hier hat Eike Glück. Denn mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird es eine durchgehende Bahnverbindung Dresden-Oldenburg geben, die ihn in knapp 6 Stunden ans Ziel bringt – extra für Eike? Auch wir wünschen dir ganz viel Glück und Erfolg und bedanken uns für das Gespräch. (19/15.12.2010)
May Faust und Daniela Herrmann sind Schülerinnen des 11. Jahrgangs
„Mm, der Geruch ist noch ganz vertraut.“ Eike beim Betreten des BiNGO.
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