|
Vor kurzem gab es einen Tag der offenen Tür im Staatstheater Oldenburg. Dieser Tag bot allen Theaterinteressierten die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen von Oldenburgs größtem Theater zu erhalten und zu sehen, was neben guten Schauspielern für ein Theaterstück noch gebraucht wird. Außerdem zeigte sich das frisch renovierte Große Haus in seiner ganzen Pracht zum ersten Mal der Öffentlichkeit. Neue rote Plüschsitze im Zuschauerraum, eine sehr gute Beleuchtung und eine stark verbesserte Technik konnten bewundert werden. An vielen Orten herrschte dichtes Gedränge.
Blut und Schnittwunden – Durch Schminke entstellt
So konnte man zum Beispiel den Tanzsaal, den Maskenraum und die Spielbühne aus dem Blickwinkel der Schauspieler und Bühnenarbeiter bestaunen. Während im Tanzsaal ein vorgeschriebenes Programm mit Schnuppertraining, Workshops und einer öffentlichen Theaterclubprobe des „Jungen Theaters“ ablief, gab es so etwas im Maskenraum nicht. Dafür konnte man hier dabei zusehen, wie Mitarbeiter und Mitarbeiterrinnen Perücken und Masken herstellten und diese in einer kleinen Zurschaustellung präsentierten. Außerdem lief hier ein grässlich entstellt geschminkter Mann mit blutiger Maske, Perücke und Schnittwunden herum, an dem man eindrucksvoll die Leistung dieser Abteilung erkennen konnte.
Maler und Handwerker im Theater
Eine Etage tiefer waren dann andere Gegenstände wie große Tierfiguren, riesige Holzkulissen und ebenso große angemalte Leinwände ausgestellt, an denen Maler und andere Handwerker arbeiteten.
100 Jahre alte Uniformen im Herrenfundus
Am beeindruckendsten allerdings war der riesige Damen- und Herrenfundus, in dem die Besucher alle möglichen Arten an Kostümen für die Schauspieler und Schauspielerinnen betrachten konnten. Von einer Ritterrüstung über Tierfelle, Kleider und Umhänge bis hin zu Soldatenbekleidung, Gürteln und hunderten von verschiedenen schwarzen Anzügen gab es alles zu sehen, was das Schauspielerherz begehrt. Ein Mitarbeiter verriet mir, dass die ältesten Stücke dieser Sammlung einige der verschiedenen Militäruniformen aus Spanien und anderen Ländern und teilweise über 100 Jahre alt seien. Für den Transport des gesamten Fundus sind allein vier komplette LKW-Ladungen nötig. Da war es zu verschmerzen, dass man den Damenfundus aus Sicherheitsgründen nicht betreten konnte, denn allein der Herrenfundus war schon beeindruckend genug.
Alles war nicht zu schaffen
Zusätzlich heiterten nebenbei kleine Theatervorstellungen und Lesungen im Großen und Kleinen Haus die Stimmung auf und man konnte noch andere Räume wie das Schmuckfoyer erkunden, wozu ich allerdings bei diesem Besuch nicht mehr gekommen bin. (15/9.10.2011)
Fulko Meyer ist Schüler der Kl. 10c |