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| Slammer Pauline Füg, Tobias Heyel |
… gab es vor einigen Wochen im neuen Oldenburger Kulturtreffpunkt „Wilhelm 13“ auf die Ohren. Die „Großraumdichter“ Pauline Füg, Tobias Heyel und Ludwig Berger performten dort live „an Grauzonen vorbei“. Eine Poetry-Slam-Reportage
Die gelungene Fusion aus tiefsinnigen Texten und sphärischen Klängen fasziniert das Publikum von Anfang an. Da stört es auch nicht, dass Ludwigs Monitor nicht richtig eingestellt ist und er immer wieder vor seinen Tisch hastet. Auf den schwarzen Stühlen sitzen vereinzelt Zuhörer, die gebannt dem Geschehen auf der Bühne lauschen. Das rote Licht beleuchtet Paulines Gesicht so, dass es einem Totenschädel gleicht und somit den Texten noch mehr Tiefe verleiht. Eigentlich treten die beiden Performance-Poeten Tobi und Pauline sowohl als Team als auch einzeln erfolgreich bei Poetry Slams auf, doch beide wollen ihre Texte auch jenseits vom Wettbewerb vortragen. Irgendwann hat Ludwig dann einfach mal einen Text von Pauline über seine Musik gelegt – und das Trio war komplett.
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| Ludwig |
Jenseits von Klischees
„Durch die Musik kann man die Texte polarisieren und so noch mehr Stimmung erzeugen“, erklärt Ludwig. „Der Text beeinflusst die Musik und andersherum. Ich finde es unglaublich toll, Sachen, die getrennt sind, zusammenzukriegen.“ Und das gelingt den Dreien mit Bravour. Selbst der klassische „Bahntext“, den so gut wie jede/r Slammer/-in im Gepäck hat, durchbricht heute Abend sämtliche Klischees und ergänzt sich hervorragend mit den anderen Beiträgen. „Ist es nicht schwer, sich mit ernsten Texten beim Slam durchzusetzen?“, frage ich Pauline in der Pause. „Besonders wichtig ist mir die Vielfalt beim Slam, es sollte nicht nur ein Thema geben“, antwortet sie. „Natürlich ist mir aber auch klar, dass es schwieriger ist, nach der Rampensau mit Ficksätzen das Publikum wieder runterzubringen.“
Bei Kaffee und Kuchen texten
Besonders die Teamtexte beeindrucken. Pauline und Tobi sind eingespielt und wirken als Einheit auf der Bühne. Das Echo, das Synchronsprechen, das Spiel mit der Musik, alles scheint so locker. „Mittlerweile sind wir ziemlich aufeinander abgestimmt“, sagt Tobi, und Pauline fügt hinzu: „Ich weiß zum Beispiel genau: Wenn Tobi leicht seinen Arm hebt, kommt der Einsatz. Das seh ich inzwischen aus dem Augenwinkel.“ Nur neue Texte müssen natürlich erst einmal geübt werden, bis beide genau wissen, wer wann was sagt. Diese Texte entstehen immer gemeinsam. Erst schreibt der eine, dann wird der Laptop weiter gereicht. E-Mails werden 10- bis 20-mal hin und her geschickt. Steht der Text, treffen sich die beiden im Café und überlegen, wer welchen Teil übernimmt und welche Stellen gemeinsam vorgetragen werden. „Wenn ein Text fertig ist, sind unsere Gedanken so sehr miteinander verwoben, dass wir oft gar nicht mehr wissen, wer was geschrieben hat“, so Pauline. Dann werden Musik und Text zusammengebracht. Doch das ist alles ziemlich variabel, die Liveauftritte bieten die Möglichkeit, ständig neue Sachen auszuprobieren.
Harte Texte auf harten Stühlen
Im Sommer steht voraussichtlich auch ein neues Programm. Bis dahin sind alle drei in andere Projekte vertieft. Ludwig tourt musikalisch durch Europa und schob noch schnell Oldenburg zwischen London und Warschau. Auch von seinem Soloprojekt „Ludwig singt“ gab‘s im „Wilhelm 13“ was zu hören. Pauline und Tobi kümmern sich um ihre Lyrikband. Und dann gibt’s da noch das Romankonzept, an dem Pauline gerade arbeitet. Zwischen all diesen Dingen hat „Großraumdichten“ einen tollen und intensiven Abend hingelegt, sodass ich vor lauter Gedanken sogar die harten Stühle vergessen konnte. Wie die Organisatorin Monika Eden in der Pause verriet, war das nicht das letzte literarische Highlight im „Wilhelm 13“. Das Literaturbüro Oldenburg veranstaltet regelmäßig Lesungen und auch der Poetry Slam wird zum Herbst aus der Exerzierhalle hierher ziehen. (SAS/21.04.2010)
Zu diesem Thema im NGO-Onlinemagazin
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Die gelungene Fusion aus tiefsinnigen Texten und sphärischen Klängen fasziniert das Publikum von Anfang an. Da stört es auch nicht, dass Ludwigs Monitor nicht richtig eingestellt ist und er immer wieder vor seinen Tisch hastet. Auf den schwarzen Stühlen sitzen vereinzelt Zuhörer, die gebannt dem Geschehen auf der Bühne lauschen. Das rote Licht beleuchtet Paulines Gesicht so, dass es einem Totenschädel gleicht und somit den Texten noch mehr Tiefe verleiht. Eigentlich treten die beiden Performance-Poeten Tobi und Pauline sowohl als Team als auch einzeln erfolgreich bei Poetry Slams auf, doch beide wollen ihre Texte auch jenseits vom Wettbewerb vortragen. Irgendwann hat Ludwig dann einfach mal einen Text von Pauline über seine Musik gelegt – und das Trio war komplett.
Jenseits von Klischees
„Durch die Musik kann man die Texte polarisieren und so noch mehr Stimmung erzeugen“, erklärt Ludwig „Der Text beeinflusst die Musik und andersherum. Ich finde es unglaublich toll, Sachen, die getrennt sind, zusammenzukriegen.“ Und das gelingt den Dreien mit Bravour. Selbst der klassische „Bahntext“, den so gut wie jede/r Slammer/-in im Gepäck hat, durchbricht heute Abend sämtliche Klischees und ergänzt sich hervorragend mit den anderen Beiträgen. „Ist es nicht schwer, sich mit ernsten Texten beim Slam durchzusetzen?“, frage ich Pauline in der Pause. „Besonders wichtig ist mir die Vielfalt beim Slam, es sollte nicht nur ein Thema geben“ , antwortet sie. „Natürlich ist mir aber auch klar, dass es schwieriger ist, nach der Rampensau mit Ficksätzen das Publikum wieder runterzubringen.“
Bei Kaffee und Kuchen texten
Besonders die Teamtexte beeindrucken. Pauline und Tobi sind eingespielt und wirken als Einheit auf der Bühne. Das Echo, das Synchronsprechen, das Spiel mit der Musik, alles scheint so locker. „Mittlerweile sind wir ziemlich aufeinander abgestimmt“, sagt Tobi, und Pauline fügt hinzu: „Ich weiß zum Beispiel genau: Wenn Tobi leicht seinen Arm hebt, kommt der Einsatz. Das seh ich inzwischen aus dem Augenwinkel.“ Nur neue Texte müssen natürlich erst einmal geübt werden, bis beide genau wissen, wer wann was sagt. Diese Texte entstehen immer gemeinsam. Erst schreibt der eine, dann wird der Laptop weiter gereicht. Es werden E-Mails 10- bis 20-mal hin und her geschickt. Steht der Text, treffen sich die beiden im Café und überlegen, wer welchen Teil übernimmt und welche Stellen gemeinsam vorgetragen werden. „Wenn ein Text fertig ist, sind unsere Gedanken so sehr miteinander verwoben, dass wir oft gar nicht mehr wissen, wer was geschrieben hat“, so Pauline. Dann werden Musik und Text zusammengebracht. Doch das ist alles ziemlich variabel, die Liveauftritte bieten die Möglichkeit, ständig neue Sachen auszuprobieren.
Harte Texte auf harten Stühlen
Im Sommer steht voraussichtlich auch ein neues Programm. Bis dahin sind alle drei in andere Projekte vertieft. Ludwig tourt musikalisch durch Europa und schob noch schnell Oldenburg zwischen London und Warschau. Auch von seinem Soloprojekt „Ludwig singt“ gab‘s im „Wilhelm 13“ was zu hören. Pauline und Tobi kümmern sich um ihre Lyrikband. Und dann gibt’s da noch das Romankonzept, an dem Pauline gerade arbeitet. Zwischen all diesen Dingen hat „Großraumdichten“ einen tollen und intensiven Abend hingelegt, sodass ich vor lauter Gedanken sogar die harten Stühle vergessen konnte. Wie die Organisatorin Monika Eden in der Pause verriet, war das nicht das letzte literarische Highlight im „Wilhelm 13“. Das Literaturbüro Oldenburg veranstaltet regelmäßig Lesungen und auch der Poetry Slam wird zum Herbst aus der Exerzierhalle hierher ziehen. |