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Der Ansturm war groß, die Zeit bis zur Sendung knapp – trotzdem gewährte Marietta Slomka bei den Jugendmedientagen in Mainz alle Interview-, Film- und Fotoanfragen gut gelaunt und auskunftsfreudig. NGO-Onlinemagazin-Autor Theo hat für das Portal Schekker.de mit der Moderatorin am Rande über erste Schritte in den Journalismus und das ZDF gesprochen.
Sie sind Moderatorin des „heute-journals“ und haben schon viele Karrierestationen hinter sich … … das klingt jetzt schon so nach Lebenswerk!
Nein, das war nur meine Einleitung. Haben Sie früher auch mal Schülerzeitung gemacht? Schülerzeitung hab ich nicht gemacht, aber die Abi-Zeitung. Ich habe dann relativ früh angefangen, für die Presse zu arbeiten. Wenn man möglichst schnell in der Lokalredaktion von einer Tageszeitung oder Radiostation landen kann, ist das ein super Einstieg in den Journalismus.
Sie waren lange Zeit für verschiedene Zeitungen und die Deutsche Welle tätig. Was ist das Besondere am ZDF, dass Sie ausgerechnet hier hängen geblieben sind? Das ZDF hat mir die besten Jobs geboten! Insofern war das für mich nicht schwierig, hier hängen zu bleiben. Und ich arbeite auch wirklich sehr, sehr gern fürs ZDF. Es bietet journalistisch viele Vorteile, weil es ein öffentlich-rechtlicher Sender ist. Es gibt, wenn man im Informationsbereich arbeiten will, sehr viel mehr Sendegefäße, wie wir das nennen, als bei privaten Fernsehsendern, wo dieser Bereich naturgemäß kleiner ist.
Das ZDF bietet unendlich viel. Es hat gegenüber der ARD den Vorteil, dass es ein zentrales Haus ist. Wenn Sie sich hier mit dem Chefredakteur, mit dem Intendanten und mit Ihrem Redaktionsleiter einig sind, dann können Sie hier eigentlich alles machen. Bei der ARD können Sie das nicht: Sie wollen etwas beim WDR, dann will aber der NDR etwas anderes und Radio Bremen will wieder etwas anderes – da haben Sie also viel mehr Häuptlinge, die mitmischen.
Empfinden Sie hier eine größere Verantwortung? Größer als wo?
Größer als bei den Lokalzeitungen, für die Sie gearbeitet haben. Meine Verantwortung ist insofern gewachsen, als dass die Anzahl der Menschen, die ich mit dem, was ich richtig oder falsch sage, erreiche, größer ist. Da hören vier oder bei Großereignissen zehn Millionen zu, die wissen wollen, wie das einzuordnen, einzuschätzen ist, was geschehen ist.
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Ist Ihnen vor laufender Kamera schon einmal etwas Schlimmes passiert? Bisher noch nichts – toi, toi, toi (lacht und klopft auf Holz). Ganz grobe Fehler habe ich mir glücklicherweise noch nicht geleistet.
Und unangenehme Situationen? Ja, es gab kleine peinliche Momente. Zum Beispiel, dass ich plötzlich nicht mehr wusste, wie ein chinesisches Dorf ausgesprochen wird, das gerade groß in der Grafik auf dem Fernsehschirm zu sehen war. Da musste ich zugeben: Ich weiß es jetzt nicht und fange lieber nicht an herumzustottern, sondern gebe ehrlich zu, dass ich mich nicht erkundigt habe, wie man es ausspricht.
Ansonsten: Es kamen mal Beiträge nicht, oder ich wurde eingeblendet, als ich gerade abwesend in die falsche Richtung geguckt habe, aber das war alles nicht so wild. Und im Übrigen glaub ich ja, dass die Zuschauer das unheimlich gern mögen, wenn es kleine Pannen gibt und sich das mit großer Begeisterung ansehen. Deshalb ist das eigentlich gar nicht so schlimm.
Was muss ich eigentlich machen, wenn ich Ihren Posten langfristig übernehmen möchte? Ich sage Ihnen eins: Wenn Sie „heute-Journal“-Moderator werden wollen, sollten Sie sich das nicht vornehmen. Sie sollten erst einmal journalistisch schreiben, recherchieren und viel über Politik lernen. Sie sollten als Korrespondent arbeiten und hinter der Kamera, um zu lernen, wie man gute Filme macht. Und wenn dann irgendwann jemand sagt: „On sind Sie eigentlich auch ganz gut“, oder: “Wollen Sie nicht mal etwas ausprobieren oder etwas moderieren?“, dann ist das toll. Das hat aber auch viel mit Glück zu tun. Aber sich vorzunehmen: Ich will berühmt werden, ich will Moderator werden und das alles in den Nachrichten – (schüttelt den Kopf) falscher Weg.
Herzlichen Dank für das Gespräch!
(03.11.2008)
Das Gespräch führte Theo Müller.
Übernahme mit freundlicher Genehmigung von Schekker.de, dem Jugend-Onlinemagazin der Bundesregierung.
Zu diesem Thema im NGO-Onlinemagazin
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