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Wir, Anna Osten und Annika Dettmers, haben die neue Lehrkraft Frau Condori-Westhues kennen gelernt und für das NGO-Onlinemagazin interviewt. Frau Condori-Westhues unterrichtet zurzeit am Neuen Gymnasium die Fächer Spanisch und Erdkunde in den Jahrgängen 5-10.
Kommen Sie ursprünglich aus einem spanisch sprechenden Land?
Ja, ich bin in Chile, nördlich der Hauptstadt Santiago, geboren und mit 9 Jahren mit meinen Eltern vor der Militärdiktatur von Pinochet nach Deutschland geflohen und lebe nun seit 35 Jahren hier in Deutschland.
Sie haben also Ihr Studium und Ihre Ausbildung als Lehrerin auch hier absolviert?
Ja, ich bin in Oldenburg aufgewachsen, habe aber in Münster studiert und anfangs am Gymnasium Wildeshausen unterrichtet und von da aus habe ich mich dann hier ans Neue Gymnasium Oldenburg versetzen lassen.
Gab es einen bestimmten Anlass, warum sie gerne an das NGO wechseln wollten?
Der Nachteil meiner alten Schule war, dass ich einen Anfahrtsweg von 39 km hatte und somit relativ unflexibel war, falls ich einmal schnell vor Ort sein musste. Das ist jetzt einfacher und ich muss sagen, dass ich hier wirklich sehr zufrieden bin.
Fallen Ihnen grundlegende Unterschiede zwischen chilenischen und deutschen Schulen ein?
Ja, ich stelle schon Unterschiede fest: Zum Beispiel gibt es in Chile mehr private Schulen; die staatlichen sind dagegen wesentlich ärmer und schlechter ausgestattet. Außerdem herrscht fast überall Schuluniformpflicht und was mir auch aufgefallen ist, ist der Umgang zwischen Lehrern und Schülern.
Inwiefern unterscheidet sich denn der Umgang?
Naja, ich habe festgestellt, dass Lehrer und Schüler sich in Chile oft näher stehen, auf einer Ebene sozusagen. Ich glaube, das Verhältnis ist herzlicher als in vielen anderen Ländern, aber das kann ich natürlich hauptsächlich auch nur auf die Grundschule beziehen, da ich ja mit 9 Jahren schon in Deutschland war.
Und nun zum Schluss: Wie würden Sie das NGO mit drei Adjektiven beschreiben?
Offen, freundlich und multikulturell!
Vielen Dank, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben. Wir wünschen Ihnen alles Gute am NGO.(13/12.09.2010)
Anna Rosa Ostern und Annika Dettmers sind Schülerinnen des 11. Jahrgangs. |