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Karl Kelschebach, Jg. 10, blickt in seinem Kommentar auf die gemeinsame Fahrt der Jahrgänge 7 bis 12 in das Freizeitzentrum nach Hatten zurück. Mehr als 600 Schülerinnen und Schüler hatten sich dort am Mittwoch dieser Woche einen Tag lang sportlich betätigt, um -Motto Nummer Zwei- "Fit in die Ferien" zu starten.
Perlen glitzernden Morgentaus sitzen auf den Blättern der alten Eichen des lieblichen Wäldchens, in welches die Sport- und Freizeitanlage Hattens eingeschlossen ist. Ein leiser Windhauch säuselt im Laub und eine Amsel tiriliert in den jungen Tag hinein. Da halten acht Busse auf dem Parkplatz der Anlage. Die Amsel fällt vor Schreck tot vom Ast. Idylle ade! Sechshundert Schüler aus den Jahrgangsstufen acht bis elf entsteigen den Bussen und stürmen das Gelände. Sie werden im Laufe des Tages an unterschiedlichen sportlichen Aktivitäten teilhaben. Einige entschieden sich zuvor, die Klettermöglichkeiten, die Hatten zu bieten hat, zu erkunden. So wandeln kleinere Schülergruppen in schwindelnden Höhen über unterschiedliche Parcours. Betreuer helfen ihnen und geben Ratschläge. Die Stunde, die jede Gruppe Zeit hat, vergeht im Flug – was nicht wörtlich zu verstehen ist, denn man ist ja mit einem Sicherheitsseil verknotet. Einige Schüler ziehen eine etwas weniger abenteuerliche Form der körperlichen Ertüchtigung vor: Sie vergnügten sich in der Minigolfanlage. Obgleich die Regeln dieser – wollen wir es Sportart nennen – nicht allzu kompliziert sind (Ball in Loch), haben diejenigen, die vorher noch nicht Minigolf gespielt haben, schon gelegentlich einige Schwierigkeiten, was zur Erheiterung der Übrigen beiträgt. Anschließend kann man sich im Freibad erfrischen – wenngleich es dem geneigten Leser womöglich etwas seltsam anmuten mag, dass Zehntklässler bemerkenswerte Freude an der Wasserrutsche finden. Aber macht ja auch Spaß... Eine Attraktion ist die Presse, die das Freibad aufsucht, um ein Foto zu schießen. Und so kann die NWZ am nächsten Tag ein Bild mit zusammengepferchten Schülern des NGOs, alle schreiend und winkend, in den Oldenburg-Teil stellen. Die Überschrift lautet „Neues Gymnasium verlegt Unterricht ins Freibad“ – ja, so also soll sie also heranreifen, die geistige Elite dieser Nation; im Freibad! Aber immerhin: „Das vom früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer so geliebte Boccia-Spiel kam zu Ehren“ – obwohl es sich streng genommen gar nicht um Boccia, sondern um Boule handelt (hat Konrad Adenauer vielleicht auch ganz gerne gespielt). Boule jedenfalls wird in der Tat mit viel Begeisterung und etwas weniger Talent gespielt. Außerdem gibt es Turniere im Völkerball, Beach-Volleyball und Fußball. Letzteres findet zwar auf steppenartigem Grund statt, bietet jedoch auch die Möglichkeit, wirkliche Talente zu offenbaren, engagieren doch zahlreiche Schüler in unterschiedlichen Fußballvereinen, über die, wie es sich gehört, wortgewaltige Debatten geführt werden. Verletzungen, auf die man bei Sportveranstaltungen dieses Charakters förmlich wartet, bleiben aus: Es gibt weder Schülerinnen, die verzweifelt in Ameisenhaufen fallen, noch Schüler, die derart emotional Fußball spielen, dass sie sich am Ende vor Schmerzen keuchend im Dreck wälzen, Kreislaufzusammenbrüche bleiben ebenso aus wie Wespen- und/oder Hornissenstiche. Immerhin haben die meisten einen Sonnenbrand, als wir gegen vier, lachend, rufend und diskutierend zurück nach Oldenburg fahren. Amseln werden sich wohl erst in der Dämmerung wieder zeigen. (03.07.2008) Bildübernahme mit freundlicher Genehmigung der Nordwest-Zeitung, Oldenburg.
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