Startseite | NGO | Veranstaltung | Große Portion Ironie

Dabei bleiben

Newsletter abonnieren Newsletter

Ehemalige

schule_1968Waren Sie auch einmal Schüler/in des NGO? Wir suchen unsere Ehemaligen!
Mehr Informationen


Mitglied der Jungen Presse Niedersachen
Ein Angebot des jugendeigenen Mediums NGO-Onlinemagazin.
Mitglied der Jungen Presse Niedersachsen
weitere Informationen

 

Unsere Themen

Große Portion Ironie PDF Drucken
NGO - Veranstaltung

Die blöden Hauptschüler gegen die eingebildeten Gymnasier, pardon, Gymnasiasten: Das war -kurz zusammengefasst- die sehr freie Neudeutung des "Fliegenden Klassenzimmers", die die Theater-AG in dieser Woche gleich dreimal auf die Bühne der Aula brachte. Vor allem bei der Unterstufe sorgte sie dabei für Begeisterung. Unter dem Titel "Ring frei" sparten die Schülerinnen und Schüler in ihrer Interpretation nicht an Spott und Ironie.

Nein, deutlicher kann man es nicht ausdrücken: Die Gymnasiasten bezeichnen ihre Todfeinde von der Hauptschule nur als die "Kinder mit Gülle im Kopf". Die so Bezeichneten wissen sich zu wehren: Sie lästern über die "kleinen Streberkinder" - in der Tat: Einer gibt das Berufsziel Prof. Dr. med. an, der andere will Quantenphysiker werden.

Eine vernünftige Lösung
Beide Gruppen eint das Ziel, den jeweils besseren Beitrag beim örtlichen Slam-Poetry-Wettbewerb abzuliefern. Dumm nur, dass die Hauptschüler Cliquen-Mitglied Uli verschleppt haben. Der "Nichtraucher", einsiedlerischer Wohnwagen-Besetzer aus dem Viertel (Lina Voß), hat die Lösung: In einem Boxkampf sollen die verfeindeten Gruppen gegeneinander antreten. Gewinnen die Gymnasiasten, erhalten sie Uli zurück. Doch alles artet in einer Massenschlägerei aus.

Auch ansonsten geht es deftig zu Werke: "Hosenscheißer" und "Hosenpisser" beschimpfen sich wüst; Geisel Uli wird geohrfeigt, dass es nur so kracht. Besonders im Zusammenwirken mit der charmanten Kästner-Rhetorik der 30-er-Jahre ("Teufel, Teufel") wirkt das auf absurde Art und Weise großartig. Die musikalisch-akustische Begleitung der NGO-Formation Malicious Joy tut ihr Übriges.

Qigong gegen die Angst vorm Zuschlagen
Der hintergründige Spott des Stücks macht vor nichts Halt, nicht einmal vor den Qigong-Ambitionen des Projektleiters: Vor der anstehenden Schlägerei wird eine Entspannungsübung eingelegt ("Den Himmel stützen"). Dann wieder wird die Show rund um moderne Boxkämpfe samt Einlaufmusik und Kapuzen-Bademantel auf die Schippe genommen.

Nun liegt es an Gymnasiallehrer Böckh (Karl Kelschebach), den Konflikt zu schlichten. Die Bezeichnung "der komischste Lehrer auf der Schule" trifft es dabei ziemlich genau. Das Publikum kommt aus dem Lachen jedenfalls nicht mehr heraus, nachdem er die Bühne betreten hat. Mit seinem bildungsbeflissenen Gehabe ist er den sich wild prügelnden Schülern hoffnungslos unterlegen: "Hier wurde ein Konflikt emotionalisiert." Dabei will der Phrasen dreschende Lehrer Böckh doch "Impulse setzen, für Solidarität". Erfolglos bleibt auch sein immerwährender Versuch, seinen Schülern Brocken philosophischer Bildung einzutrichtern ("Nein, Nietzsche ist kein Pudding"). – Unbelehrbar ist aber auch Lehrer Böckh nicht: Dem Vorschlag des einsiedlerischen "Nichtrauchers", sich am Klavier zu versuchen, ist er nicht abgeneigt. Auch sein Scheitern dabei weiß er sprachlich gekonnt ins Unverbindliche zu wickeln.

Große Portion Ironie, zufriedene Mienen
Der Erfolg des Projekts steht außer Frage: Zu den drei öffentlichen Vorführungen war die Aula jeweils voll besetzt. Vor allem jüngere Schülerinnen und Schüler kamen dabei augenscheinlich auf ihre Kosten. Der frenetische Applaus zeugte vom gelungenen Spiel mit der Kästnerschen Vorlage, zeitkritischen Elementen und einer großen Portion Ironie. Auch Herr Horst Werther und Herr Michael Zach, Regisseure und Projektleiter, waren mit der Leistung ihrer Schützlinge mehr als zufrieden. "Seit November haben wir richtig intensiv gearbeitet", berichtete Michael Zach von den Proben und der Theater-Fahrt der AG. "Diese Gruppe ist in den letzten Tagen richtig zusammengeschmolzen", ergänzte Horst Werther. Kein Wunder: In gleich zwei unterschiedlichen Besetzungen waren die Aufführungen umgesetzt worden. "Jede Aufführung ist anders. Bei den Grundschülern war die Mordsstimmung an ganz anderen Stellen."

Auch die Darsteller hatten dem nach der letzten Vorstellung am vergangenen Freitag kaum etwas hinzuzufügen. "Die Originalfassung war ausgesprochen altmodisch", berichtete Darsteller Karl Kelschebach von der Entstehung des Stücks. "Wir haben viele Dinge modernisiert und viele Gags reingebracht, um es spannender zu machen." Diese Übung dürfte der 25-köpfigen Theater-AG gut bekommen sein: Denn als neues Projekt steht Improvisations-Theater auf dem Plan. Nach der gelungenen Erich-Kästner-Adaption -fast schon besser als Original- steht dessen Erfolg wohl nichts mehr im Weg. Ahoi! (7/08.02.2009)

 

Wir suchen euch

Wir suchen immer Autoren für das NGO-Onlinemagazin: Wenn du Spaß am Schreiben und Lesen hast, gerne mit anderen netten Leuten zusammenarbeitest oder ein bestimmtes Hobby hast, bist du bei uns richtig. Du kannst dich auch einfach erstmal in unseren E-Mail-Verteiler eintragen lassen oder uns ein Thema vorschlagen.
E-Mail: redaktion@neuesgymnasium.de

 

NWZ Jobbörse

Vorlage_position_rechts_nwz

Studienwahl

Studienfach eingeben:
Erweiterte Suche
 

Kummerkasten

Mobbing

BiNGO

teaser_bingo