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05:15 Uhr am Montag, den 20.06.2011 vor dem Lehrerparkplatz des NGO. Neben vereinzeltem Vogelgezwitscher und dem ein oder anderen verlorenen Fahrrad ist noch nicht viel los, sollte man meinen. Doch da! Noch etwas verschlafen und unschlüssig schleppen sich die vermummten Gestalten zum vereinbarten Treffpunkt. Langsam werden es immer mehr und sie kommen von allen Seiten. Es sind… die Hobby-Ökologen!
Tammo, der furchtlose Wattführer
Um zum Punkt zu kommen und die ganze Sache aufzudecken: Wir, die Biologie-Kurse von Frau Jakobs und Herrn Mennenga, sind um diese etwas frühe Tageszeit zu einer Wattwanderung von Neßmersiel nach Baltrum aufgebrochen. Abfahrt war gegen 05:30 Uhr, sodass wir gegen halb acht unsere Wattwanderung in Neßmersiel antreten konnten. Ausgerüstet mit kurzen Hosen und einem doppelten Paar Socken, folgten wir Tammo, unserem furchtlosen Wattführer, auf den Meeresboden. Schon am Anfang zeigte er uns typische Pflanzen auf den Salzwiesen, wie z.B. den „Queller“, der sich an seine Lebensbedingungen angepasst hat, sprich den hohen Salzgehalt aushält und einbaut; er ist sogar essbar. Einige Mutige gönnten sich als „zweites Frühstück“ sogar eine kleine Kostprobe. Anfangs war das Wetter noch etwas durchwachsen, klarte aber mit der Zeit auf.
Wattwürmer sind Vegetarier
Nach bestimmten Abschnitten grub Tammo, mit einer Mistgabel bewaffnet, ein kleines Stück des Bodens um, um uns einige Meeresbewohner zu präsentieren. Das wohl bekannteste Tier ist der „Arenicula marina“: der Wattwurm! Dieser rotbraune Wurm erreicht durchschnittlich eine Länge von 20- 40 cm und ernährt sich vom Plankton im Sand. Ein einzelner Wattwurm filtert jährlich bis zu 25 kg Sand! Dazu muss er jedoch alle 45 Min. an den Ausgang seiner gegrabenen Röhre kommen, um den Sand auszustoßen; dadurch entstehen auch diese kleinen spaghettiartigen Sandhäufchen. Im Gegensatz zu dem Ringelwurm ist der Wattwurm Vegetarier. Wir passierten insgesamt drei Priele und entdeckten auf der anderen Seite Wattschnecken, Krebse, Mies- und Schwertmuscheln sowie große Austern, die ursprünglich aus dem Pazifik kommen.
Schlick – mal dunkel, mal hell
Nach weiteren Grabungen sahen wir, dass der Schlick weiter unten viel dunkler war, als die obere Schicht. Das hängt damit zusammen, dass weiter unten auch ein niedrigerer Sauerstoffgehalt ist und das Eisensulfit diesen Teil des Bodens schwarz färbt. Weiter oben befindet sich also die hellere, sauerstoffreichere Schicht. Würde man den dunklen Teil für einige Stunden an der Oberfläche liegen lassen, würde sich also auch dieser mit der Zeit hell verfärben. Kurz vor Ende unserer dreistündigen Wanderung erklärte uns Tammo natürlich auch noch einmal das physikalische Zustandekommen der Gezeiten. Denn warum es innerhalb von 24 Stunden genau zwei Mal Ebbe und zwei Mal Flut gibt, hängt mit den Anziehungskräften von Mond und Sonne zusammen. Außerdem variieren die Gezeitenkräfte regelmäßig an unterschiedlichen Orten infolge der Erdumdrehung.
Weltkulturerbe und wir im Sonnenschein
Erschöpft, aber um einige Erkenntnisse über dieses Weltkultererbe reicher, kamen wir gegen 11 Uhr auf Baltrum an. Den restlichen Tag konnten wir uns auf der Insel frei gestalten, doch die meisten zog es neben Cafés und Eisdielen an den Strand. Da das Wetter nun zu fast wolkenlosem Sonnenschein gewechselt hat, kam der ein oder andere auch etwas verbrannt zurück. Um 16:30 Uhr nahmen wir die Fähre nach Neßmersiel zurück, wo der Bus schon auf uns wartete.
Somit hat sich das frühe Aufstehen also doch gelohnt und wir haben einen schönen Tag an der Nordseeküste verbracht.
(11/3.7.2011)
Annika Dettmers und Annabell Martens sind Schülerinnen des 11. Jahrgangs |