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OLDENBURG - Immer wieder schleicht sich ein großes Lächeln auf mein Gesicht, das leider auch immer wieder dafür sorgt, dass sich meine Taucherbrille mit Wasser füllt, ich auftauchen und Salzwasser aus Augen und Nase spülen muss. Das Lächeln kommt immer dann, wenn ich gerade wieder etwas in den Tiefen der See entdecke.
Dann erwacht der biologische Geist in mir und versucht Gruppe, Familie und Art des Organismus zu bestimmen. Doch es geschieht noch etwas: Der Gedanke steigt in mir auf, dass ich gerade bei einer Wassertemperatur von 23° Celsius durch das Mittelmeer schnorchel. Ich bin von einem bunten Fischschwarm umgeben, beobachte einen Seestern und habe noch den Oktopus von eben im Kopf.
Angefangen hat aber alles ganz anders: bei Minusgraden in Oldenburg, beschäftigt damit, meine Facharbeit zum Thema „Neophyten und toxische Algen im Mittelmeer“ zu schreiben. Durch die Zeit der Facharbeit muss jeder Schüler eines Gymnasiums irgendwann, komme was wolle, hindurch. Dann heißt es recherchieren, lange Nachmittage in der Bibliothek verbringen und dem besten Freund, Google, näher kommen.
Das Verfassen der Arbeit führte neben dem ein oder anderen verzweifelten Zusammenbruch aber doch zu einem Ergebnis. Jeder Schüler war nun bestens mit einem Bereich des Mittelmeers vertraut. Von Verschmutzung und Überfischung über Artenvielfalt bis hin zum Lebensraum Seegraswiese. Nach den Präsentationen der Arbeiten hatten alle Kursteilnehmer einen guten Überblick über das gesamte Ökosystem.
Was bei so viel Theorie auf Dauer bleibt, ist oft nur noch „so eine grobe Ahnung“ des Stoffes. Es sei denn, man hat die Chance, das zu tun, was wir, die Schüler des Biologiekurses, diesen Herbst bei unserer Studienfahrt erleben durften. Für uns wurde das angeeignete Wissen, wurden all die unzähligen Fachwörter der Literaturberge zur Realität und damit unsere harte Arbeit belohnt, wofür wir unserer Kurslehrerin, Iris Schmidt, ewig dankbar sein werden.
In dem kleinen Ort Fetovaia an der Südküste der wunderschönen italienischen Insel Elba wagten wir den Sprung ins warme Wasser. Die Mitarbeiter des HYDRA-Institutes brachten uns das Schnorcheln bei und tauchten mit uns ein in die Unterwasserwelt, die wir in der Theorie schon kannten. Wir schnorchelten jeden Tag durch das türkis glitzernde Wasser. So klar, dass wir die Tiere, Pflanzen und Gesteine scharf erkennen konnten.
Von geschulten Meeresbiologen und unserer Lehrerin begleitet erkundeten wir das Mittelmeer, erkannten Organismen wieder, wurden auf neue Phänomene hingewiesen und konnten unser erlerntes Wissen endlich anwenden. Das, was wir uns zu Beginn des Jahres mit Hilfe von Büchern an Wissen angeeignet hatten, wurde dank der Unterstützung unserer Lehrerin und der Mitarbeiter des HYDRA-Instituts für uns alle endlich real.
Von Elvira Steiner; erschienen in der Nordwest-Zeitung am 27.10.2011
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