|
Mitten in der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober begab sich der Deutsch LK in Begleitung von Frau Schmidt und Herrn Funk auf eine Reise in die Ewige Stadt Rom. Um 1 Uhr nachts warteten wir bibbernd auf dem Pferdemarkt auf unseren Bus nach Hamburg. Nach einer zweistündigen Fahrt und einem noch kürzeren Flug landeten wir frühmorgens auf dem Flughafen von Rom. Von hier aus ging es noch einmal mit dem Bus weiter, doch dann waren wir angekommen: im „Flaminio Village“.
Komfortable Unterkunft auf dem Campingplatz
Diese Anlage ist eine Art Campingplatz mit der zusätzlichen Möglichkeit, kleine Bungalows mieten zu können, die hohen Komfort bieten. Jeweils fünf Mädchen bzw. drei Jungen bewohnten einen solchen Bungalow. Überrascht von der Gemütlichkeit unserer Unterbringung fühlten wir uns gleich wohl. Ein weiteres Plus waren die zwei gepflegten Bäder, welche jeder Bungalow besaß, sowie ein eigener Fernseher, der jeden Zweifel vergessen ließ.
Einkaufen und selber kochen
Ein Bahnhof und ein Supermarkt waren in nur 5 Minuten Fußweg zu erreichen. Dies ermöglichte uns, schnell Roms Innenstadt zu erreichen (ca. 20 Min.) und nach jedem Tag für das gemeinsame Kochen und das anschließende Essen günstig einzukaufen. So kamen wir jeden Tag um etwa 18:30 Uhr reich bepackt bei unseren Bungalows an. Jeweils zu fünft bestritten wir die neue Aufgabe, selbst kochen zu müssen. Dieses Unterfangen gelang von Bungalow zu Bungalow in unterschiedlicher Weise. So mussten die Jungen sich an einem Abend mit mehr oder minder leckeren gegrillten Würstchen zufrieden geben, während eine Gruppe der Mädchen eine leckere Reis- Gemüse- Pfanne genoss.
Badekappenpflicht im Pool
Eine weitere Aktivität, der wir nachgingen, nachdem wir aus Rom zurückkamen, stellte das abendliche „In- den- Pool- Springen“ dar. Aufgrund des immer noch sehr schönen und z.T. heißen Wetters war dies sogar um 19 Uhr noch möglich. Mit Badekappe und Schwimmklamotten ausgerüstet, ging es fast jeden Abend zum erfrischenden Pool.
Camping-Shuttle-Bus
Unsere Unterbringung überzeugte uns von Anfang an. Doch nicht genug des Guten: Am zweiten Tag entdeckten wir auch noch eine Art Shuttle-Bus, der in Form eines Golfwagens Besucher der Anlage und Gepäck von der Rezeption bis hin zu den Bungalows transportierte. Dies war nämlich ein recht langer Weg, den zu gehen nicht immer besondere Freude hervorrief.
Komfortable Unterbringung, ein Gemeinschaftsgefühl und nicht zuletzt kleine Extras wie Pool, Fernseher und „Golfwagen- Shuttles“ garantierten eine nette Atmosphäre innerhalb unseres Kurses und des gesamten Bungalowlebens.
Nicht ohne Katastrophen
Eine Gruppe Mädchen kam eines Abends etwas später aus Rom wieder. „Zu Hause“ angekommen, wurden sie mit der unangenehmen Tatsache konfrontiert, den Bungalow unverzüglich räumen zu müssen, da Reparaturarbeiten geleistet werden mussten. So zogen sie um Mitternacht mit Hab und Gut in die nächste Behausung.
Grabscher und Stalker
Weitere Katastrophen ergaben sich aus den täglichen Bus- und U-Bahn-Fahrten. Im dichten Menschengedränge kam es nicht nur zu unbeabsichtigten Berührungen. Schnell konnten wir die Übergriffigen in zwei Kategorien einteilen: „Grabscher“ („unbeabsichtigte Berührungen“…jeder darf sie sich selber ausmalen) und „Stalker“. Letztere zeichneten sich durch kleinere Verfolgungsjagden über mehrere Stationen aus.
Kein Tropfen Wasser kommt aus dem Hahn
Der Super-Gau sollte uns jedoch noch heimtückisch am Mittwochmorgen heimsuchen. Aufgerüstet zur Morgentoilette mussten wir mit Schrecken feststellen, dass kein Tropfen Wasser aus den Leitungen kam. Nahezu bis zur Hysterie gemartert, wurden wir kurz vor dem Abfahrtstermin in die Stadt dann aber doch noch mit dem Wassersegen beschenkt. Das Tagesprogramm geriet dadurch etwas ins Wanken.
Menschenmassen bei Roms Highlights
Innerhalb Roms sahen wir uns konfrontiert mit einer Masse von Menschen und Eindrücken. Vor jeder Sehenswürdigkeit tummelten sich Leute jeder Nationalität und nicht selten verhinderte der allgemeine Andrang den vollen Genuss der alten Gebäude. Trotzdem waren Kolosseum und Co., Petersdom mit dem Aufstieg auf die Kuppel, Trevi Brunnen u.a. und die Spanische Treppe absolute Highlights.
Auf den Spuren von Goethe
Etwas Besonderes war auch der Besuch der „Casa di Goethe“, in welcher wir eine Führung bekamen und so mehr über den berühmten deutschen Schriftsteller erfuhren. Goethe soll während seiner Reise nach Rom in dieser innerstädtischen Wohnung bei dem Maler Tischbein gelebt haben. Viele Ausstellungsstücke wie Bilder, Schriften und andere Kunstwerke brachten uns sein Leben näher.
Goethe-Institut – Ein weltumspannendes Netzwerk
Bei einem Vortrag im Goethe-Institut erfuhren wir vieles über die uns vorher unbekannte Institution, welche die deutsche Kultur und vor allem Sprache in vielen Ländern der Welt fördert und versucht ein umfassendes Deutschlandbild zu vermitteln. Mit 2800 Mitarbeitern weltweit ist das Goethe-Institut im Auftrag der Bundesrepublik tätig.
Besuch beim Radio Vatikan
Ein weiterer interessanter Besuch einer Einrichtung war der beim Radio Vatikan. Hier hielt ein Jesuitenpater einen Vortrag über die Organisation des Radios und im Anschluss daran wurde es uns ermöglicht, Fragen zu stellen. Gelegentlich wirkte der Pater von unseren kritischen Fragen, welche sich auf den Vatikanstaat, seine Macht und allgemein auf die katholische Kirche bezogen, etwas in die Enge gedrängt. Trotzdem versuchte er, uns nicht auszuweichen und ehrlich zu antworten. Dieser Vortrag war für uns alle sehr interessant, da wir so an ein wenig „Insiderwissen“ über den Vatikanstaat gelangten.
An jeder Ecke trifft Jetzt auf Ewigkeit
Vor allem auch die kleinen Gassen, durch welche wir gingen, um von A nach B zu gelangen, waren etwas Besonderes, denn sie haben Flair und man spürt eine unvergleichliche Atmosphäre, so dass bei einem Kaffee in der strahlenden Sonne zu sitzen und das römische Leben an sich vorbeiziehen zu lassen, zu den ganz besonderen Momenten gehört. Davon hatten wir in Rom sehr viele, denn an jeder Ecke traf Jetzt auf Ewigkeit.
Unwiderstehlich
In einem Punkt sind wir uns alle einig: Rom ist eine schöne Stadt und wahrscheinlich würde sie so schmecken wie ihr Eis: unwiderstehlich. (16/6.11.2011)
May Faust ist Schülerin des 12. Jahrgangs. |