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Ihr wollt also wissen wie man Weihnachten in Norwegen feiert? Also ich kann nur sagen: Weihnachten ist hier riesig! Es gibt sehr, sehr viele Traditionen und man schenkt sich schon so einiges. Weihnachten fängt hier schon fast Ende November an. Der Weihnachtsverkauf wird mit einem Julegateåpning („Weihnachtsstraßen-Eröffnung”) gefeiert. Dort werden dann zum Beispiel Waffeln und Pfefferkuchen verkauft. Außerdem gibt es viele Angebote und die Kinder tragen Weihnachtsmannmützen.
Adventskalender gibt es hier auch. Also mit kleinen Päckchen, das wird aber auch von Familie zu Familie unterschiedlich sein, aber es gibt auch einen im Fernsehen. Der wurde vor Jahren mal gesendet und ist inzwischen so was wie Kult. Es geht um "Julenissen" (also Weihnachtsmänner), die einen Schlüssel finden müssen. Deshalb reisen sie nach Norwegen um ihn hier zu finden. Das Beste dabei ist, dass sie eine Mischung aus Englisch und Norwegisch sprechen. Absolut genial ^^
An der Schule gibt es einen Weihnachtsball. So richtig mit Dresscode. Leider, wie fast alles, sehr teuer, aber schön.
Ich werde hoffentlich endlich mal wieder weiße Weihnacht haben. Es liegt zwar nicht besonders viel Schnee, aber es ist alles in weiß getaucht. Die Norweger haben sooo viele Wörter für Schnee: Schneeregen, nasser Schnee, Puderschnee, überfrorener Schnee, normaler Schnee… Das sind alles eigene Wörter. Jetzt soll es aber leider wärmer werden, ich hoffe es bleibt wenigstens bis Heiligabend so kalt. Hier werden Minus-Grade übrigens nicht als „minus Grade“ bezeichnet. Man spricht dann von „Kältegraden“ und wenn man dann z.B. 12 Grad sagt, meint man -12° C.
Weihnachten ist definitiv ein Familienfest. Wir feiern Zuhause, aber der Bruder meiner Gastmutter ist hier und meine Gastschwester ist von der Hochschule über die Ferien da. Am Heiligen Abend gehen wir in die Kirche. Und dann wir gegessen, gegessen, gegessen. Es gibt viele verschiedene, traditionelle Gerichte, die man über die Feiertage essen kann. Das bedeutet in erster Linie Fleisch. Es gibt zum Beispiel Schweinerippe und im selben Gericht sind dann auch noch Würstchen enthalten. Pfefferkuchen sind hier auch sehr beliebt. Die gibt es in riesen Boxen zu kaufen, ca. 400g.
Die Norweger haben sogar Bezeichnungen für den 22. und 23. Dezember. Der 22.12. heißt „bitelille Juleaften“ was soviel wie minikleiner Weihnachtsabend (Heiligabend) bedeutet und der 23. ist dann „lille Juleaften“, kleiner Weihnachtsabend. „Dinner for One“ wird übrigens nicht an Silvester, sondern am „lille Juleaften“ geguckt.
Heute waren mein Gastvater und ich im Wald, der der Familie gehört, und haben einen schönen Weihnachtsbaum gesucht. Das fand ich toll, mal was anderes als zu Obi zu gehen und sich einen zu kaufen. Allerdings ist das ein Privileg, dass den Dörflern vorbehalten ist. Nur wer selber ein Stück Wald besitzt, darf dort einen Baum fällen. Im Dorf oder in der Stadt kauft man sich, wie in Oldenburg, einen.
Die Kinder (naja, eigentlich alle, die wollen) tanzen dann am Heiligen Abend um den Baum. Durfte ich schon einmal, auf der Schulweihnachtsfeier, machen. Hehe.
Oh, ich könnte noch so viel mehr über Weihnachten in Norwegen schreiben, es gibt so unendlich viele Traditionen und Dinge zu berichten, aber ich glaube ich hab euch einen kleinen Einblick geben können. Ich freu mich schon so auf Weihnachten ^^
Ich wünsche euch allen „God Jul“, fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch. (23.12.2007) |