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Weit weg - Aerin Münzer

Aerin Münzer berichtet über ihre Erfahrungen in Arizona und Utah: Der Unterricht an der High School kommt ihr im Vergleich zum NGO doch sehr einfach vor. Dafür ist der Stundenplan interessant gestaltet: Es gibt A- und B-Tage, in denen sogar Fahrunterricht auf dem Programm steht. Ansonsten trainiert Aerin Schwimmen in einem der besten Teams im Bundesstaat Utah - und verkleidet sich an Halloween als Hotdog. -tm

In meiner Schule in Coolidge, Arizona hatte ich jeden Tag sechs Stunden: Mathe, Biologie, Spanisch, Englisch, Politik und Geschichte. Ich war nicht die einzige Austauschschülerin an der Schule, Kristina S. lebt in der Nähe von Heidelberg und wird im Februar wieder nach Hause fliegen. Wir hatten einige Kurse zusammen, bis Kristina den Kurs gewechselt hat. Mein Lieblingslehrer war mein Politik- und Geschichtslehrer, er hatte, als es jünger war, in Deutschland unterrichtet und war sehr enthusiastisch darüber, mit mir und Kristina Deutsch zu reden. Ich hatte am Anfang des Jahres anstatt Politik Agrakultur. Da ich aber nur mit Neuntklässlern zusammen war, wurde ich nicht wirklich gefordert.

Schwimmzeiten verbessert

Die Schule ging jeden Tag von 7.50 Uhr morgens bis 15 Uhr. Ich schwamm im Schwimmteam und wir hatten jeden Tag um 15.15 Uhr Training. Unser Team war sehr klein, nicht mehr als 15 Schwimmer, und wir waren nicht die Schnellsten. Unser Coach Ben Armstrong hat uns auf eine lustige, jedoch harte Art versucht, uns an unsere Grenzen zu bringen. Wir hatten einige Wettkämpfe, bei denen wir nicht sehr gut waren. Als ich Coolidge verlassen hatte, habe ich jedoch meine Zeiten im Freestyle (37 Sek. zu 35 Sek.) und Rückenschwimmen (1:32 Min. zu 1:24 Min.) sehr verbessert.

Im Vergleich zum NGO ist die High School sehr einfach, die Schüler werden mehr nach Bemühung und Willen bewertet als Leistung. Alle Schüler müssen immer anwesend und pünktlich sein, sonst wirkt es sich auf die Noten aus. Im Großen und Ganzen habe ich gute Erfahrungen in Coolidge gemacht.

Tochter auf Zeit

Mittlerweile lebe ich in Cedar Hills, Utah, mit der Andersen-Familie. Ich habe hier fünf „Geschwister“: Alex (20), Amber (15), Ethan (12), Elliot (10) und Bella (4), Alex ist jedoch ausgezogen und lebt jetzt in Kalifornien. Meine Gasteltern, Denise und Mark, haben mich aufgenommen und bezeichnen mich als „Tochter für einige Monate“.

Ich bin hier wieder im Schwimmteam. Wir haben ein A-B-Tag-Schulsystem. An A-Tagen habe ich Englisch, Physik, Biologie und Mathe. Und um ehrlich zu sein, mag ich diese Tage weniger als B-Tage. Hier an der Schule sind sehr viele Austauschschüler, ich bin mir nicht sicher, wie viele. Da habe ich Spanisch, Seminar, Fahrunterricht und Schwimmen. Ich bekomme hier meinen Führerschein, es kostet viel weniger als in Deutschland. Ein Mädchen ist aus Bayern, Christine K., wir haben zusammen Spanisch. Ich bin auch schon einige Male mit dem Familienwagen gefahren. Es war sehr beängstigend, aber ich bin ein guter Fahrer. Ich übe mit Amber, 15, mit unserem Golfwagen, wir fahren durch unsere Nachbarschaft und wechseln uns immer mit dem Fahren ab.

Anspruchsvolles Training

Unser Schwimmteam ist eines der Besten im Staat Utah. Wir wurden bei einen regionalen Wettkampf Erste von 19. Ich habe meine Zeiten in der kurzen Zeit, wo ich hier bin, schnell heruntergebracht. Das Training ist sehr anstrengend. Wir schwimmen zwei Stunden und dann joggen wir 45 bis 60 Minuten. Ich komme meistens gegen 16.50 Uhr nach Hause und möchte nur schlafen gehen. Aber ich muss sofort Hausaufgaben machen und meiner Familie und Freunden auf ihre E-Mails antworten. Viele meiner Freunde verstehen nicht, dass ich hier wenig Zeit habe und beschweren sich, dass sie nur Rundmails bekommen. Ich bemühe mich, das zu ändern.

Meine anderen Geschwister sind sehr anstrengend, aber das kann mich nur Geduld lehren. Ich komme sehr gut mir Amber klar, wir sind gute Freunde, man kann uns oft im Familien-Kino finden. Wir haben uns zu Halloween als Hotdog und Senftube verkleidet, ich habe noch nie so viele Süßigkeiten gehabt.

In den Frühlingsferien werden wir auf eine Kreuzfahrt in die Karibik fahren, ich bin sehr aufgeregt. Ich werde diese Woche einen Taucherkurs nehmen, damit ich in die Karibik was Großes erleben kann. Im Sommer werden wir mit einer anderen Familie an einen See in Arizona fahren, danach werden meine Eltern mich abholen und wieder nach Deutschland begleiten. (4/23.01.2010)

Aerin Münzer, zuletzt Jg. 10, ist NGO-Onlinemagazin-Autorin und verbringt ein Jahr in den USA.


Weblinks zum Thema
  • www.cedarhills.org
    Das NGO-Onlinemagazin ist für Inhalte externer Angebote nicht verantwortlich.
 

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