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Weit weg - Ole Wieners
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Barack Obama
US-Wahl
2008

In den Vereinigten Staaten wird am Dienstag kommender Woche ein neuer Präsident gewählt. Die Stimmberechtigten müssen sich zwischen dem Republikaner John McCain und dem Demokraten Barack Obama entscheiden. In den vergangenen Wochen durchliefen die beiden Kandidaten einen bisher beispiellosen Wahlkampf. Nicht nur im Fernsehen, auch in zahllosen Ansprachen und Reden liefern sich Obama und McCain einen immer härter werdenden Schlagabtausch. Auch das Alltagsleben der US-Amerikaner wird zunehmend von der bevorstehenden Wahl beeinflusst, berichtet unser Korrespondent Ole Wieners, der ein Jahr im US-Bundesstaat North Carolina verbringt. Mitschüler mit McCain/Plain-Shirts sind da noch das Harmloseste. -tm

Die Wahlen in Amerika - am ersten Abend hier habe ich meine Gastmutter gefragt, was sie wählt. Antwort: Democratic Party. Das ist gut so, denn Republican Party wäre für mich ein Interessenskonflikt gewesesen. Allerdings hat sich später herausgestellt, dass meine Gastmutter ein Barack-Obama-Maniac ist. Das heißt, dass sie sich jede kleinste Sendung über Barack Obama anguckt. Und natürlich die Debates zwischen ihm und John McCain und auch die zwischen Joe Biden und Sarah Palin (die Running Mates [d. h. Anwärter -Red.] für den Vizepräsidenten.

Es ist ja eine schöne Sache, dass sie demokratisch wählt. Aber ihr durch Obama verursachter Enthusiasmus nervt dann doch ab und zu. Im September war ich mit meiner Gastmutter einer größeren Stadt, eine Stunde entfernt von hier, um eine Rede von Barack Obama und Joe Biden zu sehen. Das war ziemlich interessant. Es sah nach einer Art Black-Power-Versammlung aus, d. h. mindestens zwei Drittel der Zuschauer waren schwarz, beziehungsweise farbig, beziehungsweise afrikanisch-amerikanisch, was auch immer. Obama und Biden sind beide ziemlich gute Sprecher und was sie gesagt haben, hat auch Sinn gemacht. Es wurde über die Wall-Street-Krise, eine Steuererhöhung für reiche Säcke und irgendetwas von der Arbeiterklasse geredet. Und natürlich darüber, was John McCain alles falsch macht - man will ja schließlich Anti-Propaganda machen. Wobei erwähnt werden muss, dass nicht alles nur Propaganda war. John McCain macht wirklich einiges falsch.

In meiner Schule tragen sehr viele kleine Kinder Barack-Obama-T-Shirts, wobei ich mich ernsthaft frage, ob einige von ihnen überhaupt über sein Wahlprogramm Bescheid wissen. Ein Mädchen trägt jeden Tag ein anderes McCain/Palin-Shirt, ist sonst aber ganz nett.

Ein Großteil der Leute, die ich kenne, wählen und unterstützen aber Obama, wobei ich aber auch immer wieder McCain-Anhänger sehe, die, wie ich vermute, Bonzen und Buisnessmen sind. In manchen Fällen sind sie vermutlich Rassisten - wie mein lieber Herr Nachbar, der in seinem Garten McCain-Schilder hat und am Geburtstag von Martin Luther King jr. die Flagge der Konföderation hisst. (Die Konföderation waren Südstaaten, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Civil War gegen den Rest der USA führten. Dieser wollte unter Präsident Lincoln die Sklaverei abschaffen, was der Grund für den Krieg war. Lincoln war übrigens Republikaner. Lernt man alles im US-History-Unterricht in der schrecklichen amerikanischen Highschool.)

Beste Grüße aus Amerika.

Unsere USA-Korrespondeten berichten nach der Wahl am 4. November im NGO-Onlinemagazin von den Reaktionen in ihrer Umgebung.

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@ www.lpb-bw.de/uswahl/index.php - Informationsseite zum Thema

 

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