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Weit weg -
Svenja Mokros
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| Svenja Mokros (3.v.l.) |
Im Städtchen McLeansville in North Carolina geht Svenja Mokros in diesem Jahr zur Highschool - nachdem sie sich von einer sehr seltsamen Schule verabschiedet hat. Jetzt wappnet sie sich gegen aufziehende Hurrikane, kalte Schwimmstunden und zu schwere Truthähne. Außerdem erliegt unsere Korrespondentin am Black Friday dem Kaufrausch und bewundert den schon längst aufgestellten Tannenbaum. Nur von einem Thema möchte niemand mehr etwas hören: Der Wahl. „Das ganze Gerede ist nicht mehr wichtig.“ -tm
Ich lebe in einem der wenigen Staaten, die sowohl Berge (die Appalachen) als auch Ozean (den Atlantik) haben - North Carolina, USA. Ich wohne in einem kleinen Ort namens McLeansville, zwischen Greensboro und Burlington. Kennt aber sowieso keiner… Auf einer Wellenlänge Meine Gastfamilie ist einfach klasse, von Anfang an habe ich mich wie zu Hause gefühlt. Mit meiner kleinen Gastschwester Katharine, vier Jahre, meinem kleinem Gastbruder, Carson, zwei Jahre, und meinen Gasteltern Jim und Joy war ich sofort auf einer Wellenlänge. Vor zwei Wochen haben wir zusammen das Wochenende am Myrtle Beach, South Carolina verbracht. Da wurde mir noch mal richtig bewusst, wie viel ich mit denen gemeinsam habe! In meiner ersten Woche hier wurde Joy 40 Jahre alt. Ich wurde gleich der ganzen Familie und den Freunden vorgestellt. Danach fing der Alltag an, der sich jedoch am Anfang als ein ziemliches Problem darstellte. Meine Organisation hatte mich auf einer Schule mit insgesmat 40 Schülern platziert. Eine provisorische Schule Meine Gastmutter fand das unmöglich und hat es irgendwie hinbekommen, mich auf der Eastern Guilford High School anzumelden. Diese Schule ist vor zwei Jahren komplett abgebrannt, sodass der Unterricht in provisorischen Gebäuden stattfindet. Man könnte sie auch als große Baucontainer beschreiben. Anschluss habe ich recht schnell gefunden, auch wenn es am Anfang ungewöhnlich war, dass mehr als die Hälfte der Schüler Farbige sind. Im Herbst habe ich in der Tennismannschaft meiner Schule gespielt und wir waren sogar recht erfolgreich. Einige unserer Spiele mussten jedoch verschoben oder abgesagt werden, da Hurrikan-Gefahr bestand. Hat man in Deutschland auch nicht alle Tage. In der Schule hatten wir in der Gefahrenzeit Übungen dazu, was man im Falle eines Hurrikans machen sollte. Jetzt im Winter bin ich dem Schwimmteam beigetreten - warum auch immer die im Winter schwimmen. Da besteht mehr die Gefahr, dass wir im Wasser einfrieren… Aber immerhin schwimmen wir drinnen.- Einige Austauschschüler haben von ihrem Homecoming erzählt. Sowas hatte ich leider nicht, da der Schule keine Sporthalle zur Verfügung stand. Schwerer Truthahn Ich vermute mal, dass ihr alle schon viel über die Präsidentenwahl hier mitbekommen habt, deshalb gehe ich da nicht genauer drauf ein. Nur so viel: Sobald hier das Thema angesprochen wird, hören die Leute nicht mehr zu, da ihnen das ganze Gerede inzwischen nicht mehr wichtig ist. Nach Halloween kam dann Thanksgiving. Es ist wirklich wie in den amerikanischen Filmen… Der Truthahn war genauso schwer wie mein zweijähriger Bruder! Dazu gibt es dann noch Ham, Pie, Beens, Mashed Potatos, Stuffing… Der Tag nach Thanksgiving wird Black Friday genannt. An diesem Tag öffnen viele Geschäfte schon um vier Uhr morgens und haben besondere Angebote nur in den frühen Morgenstunden. Da habe ich natürlich mit Freunden mitgemacht und viel zu viel gekauft! Mein Gastvater hat sich bei Walmart um fünf Uhr morgens in die Schlangen gestellt. Er hat ein großes Trampolin für die Kinder gekauft. Im Gedränge hört man Schreie. „Oma, lauf schneller! Sonst sind alle guten Sachen weg!“ Extreme Zeit Am Wochenende nach Thanksgiving wird in den Häusern damit angefangen, alles für Weihnachten zu dekorieren. Wir haben sogar schon unseren Tannenbaum aufgestellt! Die Weihnachtszeit ist vor allem im Dunkeln zu bewundern. Sie ist viel, viel extremer als ich es aus Deutschland gewohnt war. In jedem Vorgarten leuchten die Lichter auf und es bewegen sich große Luftfiguren wie Weihnachtsmänner und Schneemänner. Meine Lieblingszeit der Jahres hat begonnen und - alles ist in extrem! Liebe Grüße!!! Svenja (51/14.12.2008)
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