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Unsere Korrespondentin Thekla Egdorf hat eine besonders lange Anreise hinter sich: Dieses Schuljahr verbringt sie in Warren, einer kleinen Stadt in der Nähe von Sydney. Vieles ist anders: Während bei uns der Winter im Anmarsch ist, beginnt dort demnächst der Sommer; der Mond nimmt verkehrt herum zu und selbst das Wasser in der Dusche fließt verkehrt herum ab. Abgesehen davon ist alles in bester Ordnung: „Ab und zu fährt man mal nach Newcastle oder Sydney zum Shoppen. Einfach so.“ -tm G'Day Mates! - Das ist der australische Slang und es bedeutet so viel wie „Guten Tag, meine Lieben“. Das muss man aber auch erst einmal verstehen können. Endlich schaffe ich es auch einmal, an unsere liebe NGO-Homepage zu schreiben. Seit diesem Schuljahr lebe ich in Warren, einer kleinen Stadt in New South Wales, Australien. Am 24. August bin ich von Frankfurt nach Sydney geflogen. Unglaubliche 23 Stunden saß ich in dem Flugzeug und konnte nicht schlafen. Abends bin ich in Sydney angekommen und wurde herzlich von meiner Gastfamilie empfangen. Nach einem kleinen Snack haben mich meine Gasteltern in einem Hotelappartment untergebracht. Von meinem Zimmer aus konnte ich die Harbourbridge mit all ihrem Gefunkel und Geglitzer sehen. Allerdings musste ich zweimal hingucken, um auch wirklich sicher zu gehen, dass das die Realität war.
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Opera House
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Danach bin ich todmüde in mein Bett gefallen und habe gut und lange geschlafen. Am nächsten Morgen gab es ein gutes, leckeres australisches Frühstück mit Ei und Bacon. Danach wurde ich dann durch Sydney kutschiert und habe mir alle Sehenswürdigkeiten angeguckt. Opera House, Harbourbridge, Bondibeach und noch vieles mehr. Abends bin ich dann nach Warren geflogen. Man fliegt fünfzehn Minuten lang von Sydney nach Warren. Als ich hier in meinem neuen Haus angekommen bin, habe ich erstmal eine ausgiebige Hausführung bekommen. Wir haben hier ein sehr großes Haus mit einem wunderschönen Garten mit Pool, Palmen, Eukalyptusbäumen und bunten Papagaien. Mein Zimmer ist auch sehr schön. Ich habe ein riesiggroßes Wasserbett und mein eigenes kleines Badezimmer. So lässt es sich doch leben, oder? Mir geht es mittlerweile sehr gut hier. Ich habe mich an die ausgiebigen Barbecues gewöhnt und sowieso gibt es hier das leckerste Essen. Meine Gastfamilie ist sehr nett. Ich habe einen 22 Jahre alten Bruder und eine 24 Jahre alte Schwester. Es gibt auch einen kleinen Hund namens Tim, der sehr gerne kuschelt und sabbert. In meiner Schule sind alle nett und freundlich. Ich gehe hier im Moment in die 11. Klasse, komme aber schon in zwei Wochen in die 12. Klasse. Ist doch auch nicht schlecht: 10 Wochen in die 11. Klasse gehen und dann schon in die 12. Klasse... Eine Schuluniform muss ich nicht tragen. Ich falle dadurch zwar umso mehr auf, aber ich habe mich auch daran gewöhnt. Ich brauche deswegen keine Uniform, weil ich hier auch Lehrerin bin. Ich unterrichte Deutsch. Jaha! Ich habe 20 Schüler und unterrichte die 7. und 8. Klasse. Es macht mir wirklich Spaß, den Kindern auch. Die Schule ist hier um drei Uhr nachmittags zu Ende. Danach mache ich Sport oder helfe meinen Gasteltern in ihrem Supermarkt aus. Der Laden ist niedlich. Es ist kein großer Supermarkt, aber es gibt alles zu kaufen, was du brauchst. Von Seife über Gartenpflanzen zu Nahrungsmitteln, von Rasierern bis hin zu Schreibmaterial. Wirklich alles. Man wundert sich jedes Mal, wenn man durch die Regalreihen läuft, wie das ganze Zeug hier überhaupt reinpasst. Ich habe schon viele Ausflüge gemacht und genieße mein Leben hier in vollen Zügen! Das Wetter ist hier ganz angenehm, so um die 31 Grad. Jetzt ist gerade Frühling, aber komischerweise ueberfällt mich immer so eine Herbstmüdigkeit. Die Umgebung ist traumhaft schön. Es gibt viele weiße Baumwollfelder und zwei große Flüsse fließen durch die Stadt. Am Ufer kannst du Pelikane beobachten und ab und zu siehst du kleine Kängurus vorbeihüpfen. Es gibt viele Orangen- und Zitronenplantagen; es duftet herrlich nach frischen, süßlichen Früchten. Lustig sind die Emus, die ihre Köpfe aufgeregt nach dir umdrehen. Aber am lustigsten ist es, wenn du in den Sonnuntergang hineinfährst und einige komische Klumpen an den Bäumen siehst. Der Ast, an dem der Klumpen hängt, wölbt sich gefährlich weit nach unten und du kannst davon ausgehen, dass ein Koalabär versucht, die leckersten Blätter eines Eukalyptusbaumes zu essen. Mein Englisch wird auch immer besser, ich habe hier schon eine Menge netter Leute kennengelernt. Ich war auf netten Geburtstagen und habe viel Spaß mit den Leuten aus der Schule. Ab und zu fährt man mal nach Newcastle oder Sydney zum Shoppen. Einfach so. Die Zeit vergeht hier allerdings viel zu schnell. Ich hoffe, ihr könnt euch vorstellen, wie wunderschön es hier ist! Ich schicke auch bald mal Fotos. An eine Sache habe ich mich allerdings nocht nicht so ganz gewöhnt. Es ist alles verbuchselt, verkehrt herum und verwirrend verdreht! Um es leichter zu sagen: Die Welt steht hier auf dem Kopf. Die Sonne ist immer dort, wo ich sie gar nicht erwarte und der Schatten ist um zwölf Uhr mittags auf einer komplett anderen Seite. Die Mittagssonne steht nämlich im Norden. Außerdem sieht man den Himmel viel deutlicher und den Mond ganz anders. Er nimmt in verkehrter Richtung ab und zu. Selbst alle Türen schließt man andersherum und das Wasser in der Dusche fließt verkehrt herum ab. Ja, "Down Under" ist ganz schön verbuchselt. Dass ich manchmal noch hochschrecke, wenn ich auf der Fahrerseite im Auto sitze, und ein anderes Auto direkt auf der falschen Seite entgegenkommt, finden auch alle aus meiner Familie sehr lustig. Soweit genieße ich wirklich alles und es geht mir sehr gut. Ich habe gerade Ferien und bin im Urlaub. Ich hoffe, ihr habt einen kleinen Eindruck von meinem Leben hier bekommen. Ich schreibe euch bald wieder. Machts gut dort drüben in little Oldenburg. Liebste Grüße, Thekla (50/07.12.2008)
Theklas Bericht erreichte uns bereits Ende September 2008.
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